Umkehren

24.3.
Es läuft richtig gut mit dem Velofahren. Die Beine drehen fast automatisch und die kleinen Schmerzen am Ende der ersten Tage sind verschwunden. Das zu schreiben habe ich mir gestern Abend als ich im Zelt in meinem Olivenhain lag, vorgenommen. Aber heute läufts streng. Ich komme nicht so richtig in Fahrt und der 5. Tag Gegenwind macht mir zu schaffen. Dabei habe ich ein Ziel. Der erste Warmshowergastgeber hat zugesagt. Am Montag Abend erwartet er mich in Cartagena. Nach den Absagen und und vor allem den vielen nicht Antworten hab ich schon gedacht das werde gar nichts in Spanien. Aber wie das Leben so ist, man muss nur etwas Klagen und schon wird es besser. Diesmal hört der Wind am Nachmittag auf mir die Fahrt zu verlangsamen. Zum schlafen finde ich einen Platz wo es schon   einige Wohnmobile hat und stelle mein Zelt dazu. Mal eine neue Erfahrung.
75 km bis nach Cartagena stehen heute an. Dazu nur ganz am Schluss ein kleiner Pass. So sagt es mir mein Navi. Und normalerweise stimmt das auch. Normalerweise!! Aber heute ist nicht normal. Das beginnt schon nach 10km in Águilas. Eine steile Gasse die in einer Treppe endet, führt es mich hinauf und auf der anderen Seite genau gleich wieder runter. Und dann stelle ich fest man hätte auch eine Strasse daneben flach fahren können. Beim 2. Versuch schaue ich vorher auf die Umgebung und umfahre den nächsten Hügel. Ein etwas anstrengender aber sehr schöner Weg führt mich dem Meer entlang. Ich frage noch einen Wanderer der sich hier auskennt nach der Wegbeschaffenheit. Kein Problem, meint er, vielleicht müsse ich ab und zu mal stossen. Und wirklich, ein 3 Meter breiter Kiesweg führt mich zwischen Berg und Meer entlang. Bis er dann, nach einigen km aufhört. Nur noch ein kleiner Bergweg führt eine Schlucht hinauf. Ich versuche es noch ein Stück aber bald muss ich aufgeben. Kein Durchkommen mehr. Das heisst wieder zurückfahren, 15 km Umweg und einen zusätzlichen 400 Meter Pass. 3 Stunden später als erwartet komme ich bei meinen Warmshowergastgebern an. Eine Dusche, ein gutes Nachtessen und Gespräche übers Reisen erwartet mich.

8 Gedanken zu „Umkehren

  1. Mit leisem Schmunzeln heute zum ersten Mal bei Dir mitgelesen. Wir sitzen auf Madeira, halbwegs spannend, die Berge sehr, die endlosen Wasserkanäle weniger. Der Pulpo sehr…
    Also leiden wir mit Dir auf sehr bequeme Weise. Deine Tagesetappen sind deutlich länger, wir haben immer einen Motor der auf uns wartet und uns ins Trockene bringt. Deine Episode in der Röhre… igitt… bei Regen! Denk daran wo der Bach geht.

    Der Wind… den hatten wir die Tage auch, gestern sehr heftig, jetzt abflauend. Aber die Grosswetterlage verspricht hier mehr davon.

    Guten Mut und doch immer wieder Freude für die kommenden Tage wünschen wir Dir. Wir schauen wieder rein und melden uns… bonne route!

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