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Schluss und Fazit

Vor einer Woche bin ich dann noch mit Nathalie nach Lyon gefahren. John und Sue haben uns nochmals aufgenommen und wir haben nochmals ein schönes Wochenende verbracht. Mit dem Velo, hinten im Auto, sind wir zurückgekehrt. In der Zwischenzeit ist mein Liegerad auch schon wieder repariert und einsatzbereit.

Ich habe beschlossen den fehlenden Teil dieser Velotour nachzuholen. Das dürfte aber noch eine weile dauern, denn dieses Jahr sind noch 2 x Ferien mit Nathalie angesagt und auch mein Umzug steht an. Also werde ich eher nächstes Jahr mich auf den Weg machen. Den Weg runter nach Lyon werde ich auf dem Weg machen den ich für den Rückweg vorgesehen habe und dann den Rückweg eher über Frankreich. Wer sich für den Newsletter eingeschrieben hat, der wird auch davon erfahren, wann ich losfahre.

Mit meiner Velotour war ich allgemein sehr zufrieden, wenn man von den schlechten Erfahrungen in Barcelona absieht. Am meisten haben mich die spanischen Autofahrer überrascht. Hatte ich doch vor der Reise grosse Bedenken gehabt. Eine solche Rücksichtsnahme hätte ich nie erwartet. Kein einziges mal wurde ich knapp überholt oder sonst irgendwie bedrängt. Das hat sich dann schlagartig beim Grenzübertritt nach Frankreich geändert. Nervöses Gehupe und extrem nahes Überholen hätten in Frankreich zu meinem Alltag gehört wenn da nicht das gut ausgebaute Velowegnetz gewesen wäre, so das ich selten mit den Autofahrern in Berührung gekommen bin. Das ich in Spanien häufiger auf leicht befahrenen Strassen unterwegs war, war dank dem grossen Respekt der mir entgegengebracht wurde auch kein Problem.Ein paar mal waren es stark befahrene Strassen. Das war zwar nicht schön aber auch nicht gefährlich.

Der Übernachtungsrytmus, 2 x Wildcampieren und dann wieder ein Hotel oder eine Warmshowerübernachtung, hat sich gut bewhärt. In Spanien war das mit dem Essen ideal. Dank den Tappas die man jederzeit bekommt, musste ich mich an keine Essenszeiten halten und konnte ich jederzeit einen kleinen Happen zu mir nehmen. Und der Happen war meist auch sehr gut. In Frankreich wars dann eher Picknick. Denn ein Grosses Essen am Mittag wäre mir zuviel gewesen und für den Znacht beim Wildcampieren hats kein Restaurant. Dafür habe ich das Essen in Avignon und bei meinen Warmshowergastgebern dann umso mehr genossen. Es ist so auch eine sehr günstige Reise geworden. Ich habe im Durchschnitt ca. 22€ pro Tag gebraucht. (Inkl. Diebstahl in Barcelona und allen Übernachtungen, exkl. Flug nach Malaga und Rückreise ab Lyon.)

So verabschiede ich mich von euch und hoffe, dass Ihr auf meiner nächsten Reise auch wieder dabei seid.

Lyon

18.4.
Von Sue und John werde ich sehr herzlich empfangen und sie befragen mich über den weiteren Verlauf meiner San Francisco – New York Reise und natürlich erzähle ich ihnen auch von meiner Anreise von Malaga. Zusammen machen wir einen Spaziergang. In Lyon hat es sehr viele Parks und Wandmalereien. Da hat man wirklich das Gefühl man kommt auf einige Häuser zu und erst beim näherkommen merkt man das es nur Malerei auf einer flachen Wand ist.
In einer der vielen Bars geniessen wir noch ein Bier bevor ich mich daran mache meine Rückreise mit dem Zug vorzubereiten

Abbruch

18.4
Ein Monat ist um und es ist das Ende meiner Reise. Schon die letzten Tage habe ich den Eindruck gehabt, das es sich beim Lenken etwas seltsam anfühlt. Aber heute hat sich das sehr verstärkt und als ich das etwas genauer angeschaut habe musste ich feststellen, das der Lenker in geradeausstellung richtig einrastet. Nicht angenehm zum fahren. Ich schiebe nein Rad noch zu Sue und John. Auseinandernehmen des Steuersatzes ist schnell gemacht und man sieht auch bald, der untete Lagersitz ist gebrochen. Ein Steuersatz aufzutreinben das isr noch einfach. Aber diesen Auszuwechseln ohne Spezielwerkzeug ist nicht so einfach und die Veloläden sind ab morgen geschlossen. Zuhause habe ich sicher noch 70 solcher Steuerlage. Und das entsprechende Werkzeug. Ich beschliesse meine Veloreise hier ab- unterzubrechen und morgen mit dem Zug nach hause zu reisen.

Mir meinen Berichten geht es aber doch noch etwas weiter.

Vienne

17.4.
Wieder verbringe ich einen gemütlichen Abend mit meinen Warmshowergastgeber. Diesmal sind es Charlotte, Alexi und David, die da in Vienne in einer Wohngemeinschaft zusammen leben. Charlotte ist vor allem die Radfahrerin. Die Via Rohna, die ich fahre, hat sie schon mit Freundin, Tandem, Anhänger und Hund gemacht. Das soll dann mit ihrem schweren Gepäck eine ziemliche Hersusforderung gewesen sein. Auch hier kriege ich ein feines Bio-Vegi-Znacht, wie bei allen Gastgebern in Frankreich. Übrigens waren auch alles Wohngemeinschaften.
Der Morgen zeigt sich wieder in schönstem Sonnenschein. Zeit zum Ausschlafen hätte ich genug, doch um 7 bin ich wach. Noch ein Tee und dann breche ich auf. Bis Lyon sind es 35 km und ich habe mich bei John und Sue auf den frühen Nachmittag angemeldet.
Zuvor aber noch die grosse Überraschung. Um mir den Weg zu versüssen hat Nathalie mir eine Bäckerei mit meinem lieblings Zmorge auf den Weg gestellt und soe sogar noch in den Farben meines Velos geschmückt. Wenn das nicht wahre Liebe ist. Und ich nehme mir am Ufer der Rohne genügend Zeit diesen Zmorge zu geniessen.
Wie geschrieben erwarten mich Sue und John in Lyon. Aber wet ist das? Da müsstet ihr schon lange und ganz aufmerksame Leser meines Blogs sein um das zu wissen. Vor etwas mehr als einem Jahr, in Sacramento (Kalifornien) waren sie meine Warmshowergastgeber und wollten mich eigentlich gar nicht gehen lassen, denn der nächste Pass zum Lake Thao war verschneit. Uch bin dann doch gegangen, der Pass war wirklich verschneit und ich bin doch drüber gekommen. http://reisefoto.ch/2018/03/24/sacramento/
Und eben diese Beiden haben auch ein Haus in Lyon und sind im Moment hier und ich kann sie besuchen, worauf ich mich besonders freue.

Valance

15.4.
Vermutlich das letzte mal dass ich morgens Richtung Sonne starte. Bald dreht mein Weg nach Norden.
Das 3 Gangmenu von gestern hat mich gestärkt und jetzt fahre ich auf kleinen Strassen und Velowegen, der Rohne entlang. Ich habe mich bei einigen Warmshowers in Valance angemeldet aber erst später realisiert dass das 150 km sind. Doch etwas viel. Denn der Rückenwind bleibt aus. Fast hoffe ich dass ich Absagen erhalte.
Die Strecke ist einfach. Alles ausgeschildert und nur selten, kurz über eine Brücke, mit viel Verkehr.
Nachmittag um 14h bekomme ich eine positive Antwort von einem Warmshowergastgeber. Das Motiviert. Plötzlich fahre ich deutlich schneller. Und bald darauf setzt auch der Rückenwind ein. Nicht stark aber spührbar. Aber es ist immer noch ein weiter Weg. Je mehr ich denke ‚ist doch zuviel, schlafe besser schon vorher‘ desto schneller fahre ich. Punkt 19h bin ich im Zentrum von Valance. Aber bis zu meine Unterkunft sind es immer noch 9 km.
Una und Paul wohnen etwas ausserhalb in einem Bauernhof. Eigentlich zusammen mit noch einem Paar, die sind aber nicht da. 161 km sind es dann schlussendlich. Ein feines Zmacht. Ein Getreide – Gemüse – Linsenauflauf. Ich lasse mir noch die Toilette erklähren. Es ist ein Trocken-WC, nein das geht wirklich nicht, eine Trocken-Toilette draussen. Aber eine gute Sache. Stinkt nicht und statt spühlen einfach etwas Holzspähne drüber streuen.
Es ist bedeckt und tropft immer wieder. So zeigt sich der Morgen und auch der Rest des Tages. Die Strecke wie gestern. 95 km habe ich vor. Ich komme viel zu schnell vorwerts. Um 15h bin ich schon 12 km vor dem Tagesziehl. Also setze ich mich in eine Bar und schreibe euch.
Um 18.30 werde ich in Vienne von menem Warmshowergastgeber erwartet.

Der Anfang vom Ende

14.4.
Nicht mehr ganz so genial wie gestern aber auch sehr gut. Aber wie sagt man so schön, wenn man mal vom Besten genossen hat ist das gute nicht mehr gut genug. Jedenfalls bin ich gut nach Avignon gekommen und werde hier ein festliches Essen geniessen, mit ei em grossen stüch Fleisch. Das habe ich schon lange nicht mehr gehabt.
Übrigens bin ich heute auf das Hinweisschild des Eurovelo 17 gestossen. Der führt mich bis nach Genf in die Schweiz. Das ist doch irgendwie schon der Anfang vom Ende.
Eigentlich hatte ich im Sinn einen Tag in Avignon zu bleiben. Aber für morgen ist Südwind angesagt und den muss ich doch ausnutzen. Ausserdem soll das Wetter ab Dienstag wieder schlechter werden und so beschlimese ich doch schon morgen Weiterzufahren.
Etwas zu kämpfen habe ich mit der Energie – nicht mit meiner sondern mit der des Telefons. Mein Ersatztelefon hat zum einen einen kleineren Akku und verbraucht mehr Energie. So kann ich zwar nachladen mit einer Powerbank aber die ist viel schneller leer. Hatte ich mit dem 1. Telefon genügend Energie für 4

Tage, ist mit dem Ersatz die Energie wchon nach 2 Tagen weg. Gut dass ich noch mit der Uhr navigieren kann, die hält 2 Tage und ist schnell nachgeladen.

 

Der perfekte Tag

13.4.
Es ist herrlich. Das Aufwachen im Schilf heute morgen, kein Gegenwind, sonnig, nicht zu heiss und die Strecke entlang des Canal du Midi, der hier parallel zur Meeresküste läuft. In Sete geht er dann ins Landesinnere Richtung Touluose. Ich weiss gar nicht wo er genau beginnt. Vielleicht weiss da jemand on euch. Manchmal kommt es einem vor als würde man .auf dem Wasser fahren.Und so bleibt es auch bis zum Abend. Mit ausnahme der kurzen Momente, in denen ich die Straße mit den Autofahrern teilen muss. Könnten die Franzosen doch ein paar Fahrstunden bei den Spaniern nehmen.
Unter ein paar Bäumen neben dem Canal du Midi beschliesse ich, den Sonnenuntergang betrachtend den Tag.

Auf Frankreichs Velowegen

12.4.
Es war noch ein gemütlicher Abend. Endlich wieder mal viel Salat. Dazu Gemüse und Reis. Alles oekologisch zubeteitet. Selbst das Wasser vom Salatwaschen wird wiederverwendet.
Am Morgen gehts wieder zum Meer und dann dem entlang. Bis Avignon soll das so weitergehen, meistens auf Velowegen. Unterwegs sehe ich nach 1400 km zum ersten mal ein Hinweisschild auf den Veloweg Eurovelo 8. Dem Weg, dem ich schon seit Anfang meiner Reise folge.
Der Gegenwind macht mir zu schaffen und auch der soll dies bis nach Avignon vorhaben. Etwas mehr als 90 km lege ich hinter mich, bis ich mir einen Platz zum schlafen suche. Diesmal am Rande eines Schilffeldes.

Perpignan

11.4.
Die Nacht verlief trotz aufziehender Wolken trocken und am Morgen würde mich sogar die Sonne wecken wenn ich nicht schon wach wäre und bereit zur Abfahrt als die Sonne aufgeht. Es hat viel Verkehr, die Strecke ist nicht besonders attraktiv, die Sonne versteckt sich bald wieder hinter den Wolken und ein heftiger Gegenwind zieht auf. Ich habe noch einen kleinen Pass vor mir. Ich will raus aus Spanien, oder muss ich Katalonien sagen? Ich ertappe mich wie ich den Weg bis nach hause errechne. Um Ostern könnte ich schon in Nyon sein und dort ist dann auch Nahalie. Aber da müsste ich zügig vorwerts machen. Im Moment spricht nichts dagegen, ausser das dies eine momentane Stimmung ist, die vieleicht dem Reisekoller entspringt, der mich auf jeder Reise mal befällt – und auch wieder vorbei geht. In meine Gedanken versunken erreiche ich die Passhöhe und das ist auch die Grenze zu Frankreich. Das da ei anderes Regime gilt merke ich schon beim ersten Auto, das michüberholt. 20 cm Abstand. Und das ist bei den anderen auch so. Ich muss mir meinen Platz auf der Strase wieder erkämpfen. Nicht zu nahe am Rand, in dwr Spur, mindestens 1 Meter Abstand zum Straßenrand, die Autofahrer dazu zwingen mich richtig zu überholen. Schön war das in Spanien. Ohne Kampf einfach so respektiert werden. Kein einziges mal wurde ich auf den 1400 km in Spanien knappüberholt.Nochmals danke spanische Autofahrer.
Dafür beginnt bereits nach 15 km der erste gute Radweg. Und mit kleinen Ausnahnen bis nach Perpignan.
Hier treffe ich mich mit Etienne, meinem Warmshowergastgeber. Er fährt auch ein Liegerad und arbeitet in einer Velokooerative. Wohnen tut er mit 4 anderen Mitbewohnern, die ich dann heute beim Znacht kennenlernen werde.

Richtung Frankreich

10.4.
Bis ich dann wirklich von Barcelona losfahren kann ist es dann doch beinahe Mittag. Zwar kommt das Geld für die Weiterfahrt tatsächlich und da möchte ich nochmals allen die sich dafür eingesetzt haben, Namentlich Nathalie, Fabienne, Bernard und den Cousin. Aber ich musste noch eine neue SIM Karte besorgen, Tel Nummer +34 655 40 04 49. Man kann mich also wieder anrufen. Und auch ein neues Veloschloss. Für das alte diente mein Handy als Schlüssel und auf meinem Ersatzhandy habe ich zwar die entsprechende App installiert, aber den Code um sie zu aktivieren habe ich nicht.
Nicht sehr atraktiv ist die Strecke aber ich bin froh wieder unterwegs zu sein. Wärend es am Morgen wolkenlos schön ist, ziehen am Mittag Wolken auf und um 15h stehe ich in einem Stadtpark unter und warte das Ende des Gewitters ab. Dasselbe dann nochmals um 17h in einem Cafe.
Neben einer Fabrikruine finde ich einen Platz zum schlafen.
Bei wolkenlosem Himmel fahre ich am Morgen weiter. 10 Stunden habe ich tief geschlafen. Nochmals 20km dem Meer entlang, dann gehts ins Ladesinnere den ersten Pass fahre ich mit viel Verkehr doch dann gehts auf kleinen Strassen durch vorortsquartiere und bald auf Waldwegen weiter rauf und runter. Nach 2 weiteren Pässen wider auf einer Ebene auf einem gut ausgebauten Veloweg. Doch wie immer in den letzten Tagen, der Nachmittagsregen diesmal unter einem Baum im Wald. Den 2. Regenschauer kann ich umfahren. Nach 70 km und 1000 Meter aufwerts finde ich einen Schlafplatz mit Aussicht, neben einem alten Turm. Das wird meine letzte Nacht in Spanien. Frankreich ist keine 50 km mehr entfernt.

Barcelona

6.4
Ich warte, dass ich Barcelona endlich verlassen kann. Eigentlich hat es ganz gut angefangen. Am Sonntag morgen konnte ich die letzten Höhenmeter auf beinahe leeren Strassen machen. Nur ein paar Radrennfahrer kreuzten meinen Weg und die Einfahrt in die Stadt war trotz fehlender oder schlechter Veoiwege ganz akzeptabel. Ich bin dann noch durch die Gassen geschlendert und habe beschlossen auch hier einen Tag zu verweilen. Ich wollte den Park Günell und die Sagrada Familia. Aber keine Chance. Da muss man die Tickes schon lange vorher buchen. Also eine geführte Gaudi Tour. Aber die konnte mich nicht begeistern. Der Tourgide wusste zwar viel zu erzählen aber von der Archiektur hat man nicht viel gesehen. Am schluss ging es dann noch zur Segrada Familia mit der Metro. Und da wäre ich besser nicht mitgegangen. Denn als wir aus der überfüllten Metro ausgestiegen sind bemerkte ich dass meine Tasche offen war und mein Portemonnaie weg. Also Kredit und Postkarten sperren. Zum Glück habe ich meie Rückfahrkarte schon gekauft. Also zurück in die Metro und als ich sie diesmal verlasse fehlt mir mein Telefon. Dass mir sowas 2 mal hintereinander passieren kann. Von der Polizei bekomme ich eine bescheinigung des Verlustes. Eigentlich könnte ich wie geplant weiterfahren, nur ich hab kein Geld mehr. Und wirklich nichts mehr. Noch etwas Wasser und zu essen für 2 Tage. Western Union. Aber wie bekomme ich dort das Geld, ohne Ausweis? Unmöglich!
Im Hotel lässt man mich kostenlos telefonieren. Nathalie setzt alle Hebel für mich in Bewegung. Und nach ein paar Mails und weiteren Telefonaten haben wir die Lösung. Eine Bekannte, deren Mann, dessen Cousin wohnt in Barcelona und bringt mir Geld vobei. Genügend für den Rest der Reise. Und so warte ich nun aif ihn.

Und wieder weg vom Meer

6.4
Und er kommt, mein Warmshowergastgeber. Seine Wohnung ist voll von Filmmaterial. Riesige Filmrollen, Kinoplakate, zwei Kinosessel und eine Sammlung von analogem Foto und Filmmaterial. Er hat früher beim Film gearbeitet, so wie ich verstanden habe als Kameramann. Aber da bin ich nicht sicher, denn wir reden Spanisch zusammen, das ist zwar gut für mein Spanisch, aber er spricht so schnell dass vieles auf der Strecke bleibt. Beim anschliessenden Film über die Geschichte von Tarragona, den er mir zeigt, muss ich dann schon aufpassen dass ich nicht einschlafe.
Nach einem guten Zmorge fahren wir zusammen in die Stadt. Der alten Stadtmauer entlang, die über weite Teile noch gut erhalten ist, zur Arena. Nach ein paar Selfies zieht es mich weiter. Ich habe zwar keinen sehr langen Weg vor mir aber es geht wieder in die Berge. Gestern Abend haben wir zusammen noch die Strecke bis Barcelona angeschaut und Josep hat mir von der Küstenstrasse abgeraten. Der Weg der mir mein Navi gesucht hat ist eher Singeltrail und Sandstrand oder dann viel Verkehr bei sehr schmaler Strasse. Und die Idee wieder etwas weg von der Küste gefällt mir.
Die ersten 20 km sind noch flach doch dann steigt es allmählich an. So richtig rauf gehts aber erst am Nachmittag. Als ich sehe, dass ich nur noch 200 Höhenmetern bis zur Passhöhe habe, suche ich mir im Wald, der da ist wo mir das Josep vorausgesagt hat, einen Platz zum Schlafen. Morgen sollte ich also gegen Mittag in Barcelona sein. Da fehlt dann nicht mehr viel und es kommt Frankreich. Aber die Hälfte meiner geplanten Reisezeit ist auch schon vorbei.

Tarragona

5.4.
Ohne Gegenwind Gegenwind und nur mir ganz wenigen Regentropfen bin ich nach Tarragona gekommen. Mein Navi wollte mich auf eine Strecke führen wo in der Zwischenzeit eine Fabrik steht und so hab ich halt die Hauptstrasse genommen, die mich seit Malaga begleitet. Immer wieder komme ich auf die 340. Jetzt ist sie mit km 1178 angeschrieben. Viel Verkehr aber mit einem guten Pannenstreifen, so dass meine Fahrt doch sicher ist.

Ich bin begeistert von Tarragona. Eine schöne Altstadt, etwas altes Gemäuer, viele Fussgängerzonen und Bars. Der Rest wieder mit Bildern.
Um halb 6 fahre ich die 4 km zu meinem Warmshowergastgeber. Er kommt un 6 von der Arbeit.

Der 1000endste

4.4.
Der Himmel ist Wolkenlos, nichts trübt die Fahrt, wäre da nicht der Gegenwind. Kräftig bläst er und es gibt Situationen wo ich mein Velo im Flachen Gelände schiebe. Aber wie heisst es: „wer sein Rad liebt der schiebt“. Ob die ans Flachland gedacht haben? Ich fahre durch ein Vogelschutzgebiet. Spezielle Arten wovon ich nur den Graureier kenne. Gerne würde ich euch ein paar Bilder davon präsentieren aber spätestens beim ausklicken meiner Veloschuhe, was mit einem hörbaren Klick verbunden, vielleicht heissen die deshalb Klichpedale, sind die letzten verschwunden. Die Geduld zu warten bis sie wieder zurückkommen fehlt mir
Meine Absicht heute Abend in Tarragona zu sein, gebe ich auf. Der gestrige Regen und der heutige Gegenwind waren zu viel und mein Warmshowergastgeber hat mir schon zugesagt, dass es einen Tag später auch klappt.
Noch ein Wort zur Navigation : fürs unterwegs schauen habe ich meine Uhr. Und wenn ich etwas weiter die Umgebung schauen will kommt das Smartphone zum Einsatz. Da kann ich auch planen und die gewählte Route auf die Uhr überspielen. Und heute hat mir mein Navi angezeigt, dass ich den 1000sten km zurückgelegt habe. Zum einen war ich in Valencia erstaunt zu sehen, dass ich schon mehr als halb Spanien zurückgelegt habe, zum anderen beinahe etwas Panik bekommen dass dieses Wochenende schon meine halbe geplante Reisezeit um ist. Aber ich bin in meinem Terminplan.
Für die Nacht stelle ich mein Zelt in einer Waldlichtung auf. Wenn ich die grössere Steine weggeräumt habe sicher ein bequemer Platz.

Grand Hôtel Biariz

3.4.
Der Veloweg ist wunderbar. Tief in den Fels ist das ehemalige Bahntrasse eingefräst, durch wilde einsame Landschafts. Und alles mit kaum spürbarer Steigung. Doch nach 5 km ist der Velowunderweg vorbei. Dafür komme ich seit Almería zum ersten mal wieder richtig ans Meer. Wieder ein Stück wo ich etwas zweifle an der Velotauglichkeit des Weges. Ich frage ein paar ei heimische Velorennfahrer. Kein Problem, direkt am Meer entlang, sie gehen auch den Weg. Frohen Muthes ziehe ich los. Das Velofahrverbot macht mich schon etwas stutzig. Ich frage mich, wie die mit ihren Rennrädern um und über die grossen Stenblöcke fahren. Dann gehts Velotragend runter zum Strand und gleich wieder rauf. Als ich realisiere das da nochmals mindestens 4 Strände weiter so geht suche ich einen Weg hinten durch, durchs Gebüsch. Ja, am Anfang war es noch ein Weg. Später Dann nur noch Gebüsch. Dank meiner Naviuhr weiss ich wenigstens in welche Richtung ich mich durchkämpfen muss. Als ich dann wieder auf eine Strasse komme, treffe ich auf 2 Biker. Als sie hören woher ich komme, nicken sie anerkennend. Aber der Rest des Weges sei wirklich dieser gute Weg. Und so ist es auch. Das Wetter spielt mir wieder einen Streich. Aber ich finde ein stillgelegtes Restaurant zum unterstehen. Mit dem Lesen komme ich besser vorwerts wie mit dem Fahren. Nach einer Stunde gehts weiter. Nicht lange und es kommt ein richtiges Gewitter. Ich kann grad noch in eine Fabrickeinfahrt bevor es richtig schüttet. Zum Kaffee werde ich eingeladen und kann das Gewitter gemütlich vom Bürostuhl beobachten. Nach einer Stunde fahre ich gut ei gepackt weiter. Es regnet zwar immer noch aber nicht mehr stark. Ich bin daran mir die Möglichkeiten zu überlegen, als ich das Grand Hotel Bristol sehe. Das ist meine Unterkunft. Ein wirklich luxuriöses Gebäude. Die schön geschwungene Treppe ins Obergeschss und die Restaurantterrasse aufs Meer. Das wird mein Nachtquartier. Beim Nachtessen bekomme ich Besuch. Ein Spanier, der manchmal hier fischen kommt erklärt mir, dass nach einem Unfall in den 70er Jahren wo ein Tanklastwagen seine brennende Ladung über einem Campingplatz ausgeleert hat niemand mehr hier Ferien machen wollte, das Hotel geschlossen wurde. Ich kann mich noch an diese Katastrophe erinnern. Meinen schlaf wird es mir nicht rauben.

140 km

2.4.
Es ist wie vorausgesagt. Sonne und Wolkenloser Himmel und es ist wunderbar in den Morgen hineinzufahren Richtung Sonne. Ein schöner Radweg nach Valencia hinein. Durch Valencia weniger schön aber angenehm zu fahren. Einzige Beanstandung, wie immer keine Beschriftung. Ich habe die 2 1/2 mit Antioni und Shalenys genossen. Antonio ist Forscher, also eigentlich Koch und forscht nach neuen Rezepten für eine Firma die Tiefkühlprodukte herstellt. So provitiete ich auch von seinen Talenten. Heute musste er früh raus um seine Kreationen in La Palma vorzustellen. Ich wäre auch gerne so früh losgefahren aber die Sommerzeit hat mich daran gehindert. Bis 7.30 ist es noch dunkel.
Nach 60 km bringt mich das Ende des Velowege aus meinen Gedanken zurück auf die Strasse. Ich komme gut vorwerts, aber das ist auch nötig. In 3 Tagen habe ich in Tarragona mit einem Warmshowergastgeber abgemacht und erst dann realisiert dass das 320 km sind. Aber ich bin Motiviert, gut ausgeruht und im schlimmsten Fall kann ich ja auch Verschieben. Die Strecke ist nicht besonders interessant und ziemlich flach. Dann plötzlich bei km 90 beginnts zu regnen. Das habe ich überhaupt nicht kommen sehen. Ich suche Schutz unter einer Autobahnbrücke. So wird mein erstes Buch fertig. Ich hab vorgesorgt und das nächste schon mal downgeloadet. Nach einer Stunde kann ich weiterfahren. Ab km 120 beginne ich mich nach einem Schlafplatz umzuschauen. Mein Weg führt mich auf einen Radweg, der auf einer stillgelegten Eisenbahnlienie gebaut wurde. Das sind die besten. Steigungen im Promillebereich mit Brücken und Tunells. Und da finde ich,  nach 140 km,  auch in einem kleinen Wald einen Platz zum schlafen.

Valencia

1.4.
Ausser einem Fusballmatch in der Bar lief gestern nicht mehr viel. Aber kein Problem, heute morgen hats immer noch geregnet und so habe ich Valencia auf heute verschoben. Und der Ausflug hat sich gelohnt. Im Vergleich zu Alicante ist Valencia viel grösser, hat aber auch viel mehr Touristen. Besonders gefallenen haben mir die neuen Gebäude wie Oper und Wissenschaftsmuseum.
Am Mittag hats noch ganz leicht getropft und gegen Abend ist schon wieder die Sonne zu sehen gewesen. Für morgen soll es wieder perfektes Reisewetter sein.

PS: In der Sendung input auf srf3
https://m.srf.ch/sendungen/input/40-werden-gar-nicht-mal-so-einfach
bei Minute 22.20 werde ich zitiert.

Das Frühstück

31.3.

Antioni und seine Frau, Shalenys. meine Gastgeber, haben sich auf einer Reise kennengelernt. Er war mit dem Velo vom südlichsten Südamerika nach Alaska unterwegs ( https://m.facebook.com/elsupertrampdelaribera/).  Sie seine Warmshowergastgeberin in Kolumbien. So weit kanns kommen. Jetzt sind sie seit 5 Monaten verheiratet und leben in Spanien. Begeistert schauen wir das Fotoalbum seiner 2 1/2 jährigen Velo Reise an.
Am Sonntag morgen regnets. Etwas ausschlafen und dann mit dem Zug nach Valencia und am Abend wieder zurück, das ist das Programm. Ob ich noch mit in die Bar Frühstücken komme. Sein Vater sei auch da. Sein Vater und noch ein paar Verwante. Das gibt dann 20 Personen am Tisch. Und nicht nur diese Familie, sicher über 100 Personen sind in der Bar (Halle) und essen das in der Region Valencia traditionelle Frühstück, Esmirsar um 11h. Erdnüsse, Salat, ein riesiges Sandvitch und dazu Bier oder Wein und anschliessend einen Kaffee mit Zimt, Zitrone, Zucker und Rum und vor allem Rum. Bei Antonis Familie ist das allerdings die Ausnahme. Sonntags fahren sie aufs Land und kochen Paella. Doch da heute ein Frauenlauf angesagt ist wurde das Programm geändert. Das Sprichwort auf meiner Serviette passt irgendwie dazu. <Wenn du das Glück hast anders zu sein, ändere nichts daran. Nach 2 1/2 Stunden begreife ich jetzt wieso die Spanier eine Siesta brauchen und lege mich leicht beschwipst aufs Ohr.

Die Schlucht

30.3.

Die erste Nacht wo es etwas kühl war. Bin mitten in der Nacht aufgewacht und musste das Pischi anziehen und den Schlafsack zumachen. Ich war ja auch auf 400 MüM.
Der Weg zum Meer führt mich durch eine sensationelle Schlucht, über Brücken und durch Tunnels. Und alles auf einer guten Naturstrasse, die immer leicht abwerts geht. Eine kleine Ausnahme des guten Weges kriege ich dann doch noch hin, in Form einer Brücke  aus 2 Rohren bestehend. Ich begegne immer wieder Gruppen von Mountenbikern die zusammen ihren Samstagmorgen Ausflug machen. Das war der krönende Abschluss weg vom Meer. Dieses erreiche ich nach 40 km „leider“ wieder.
Am Nachmittag komme ich nach 30 km vor Valencia nach Albalat, wo ich von meinen Warmshowergastgebern freundlichsten empfangen werde.