Archiv der Kategorie: francais/deutsch

Canal du midi 20.5.2024

  20.5.4

Toulouse hat eine schöne Altstadt mit vielen prächtigen Kirchen herrschaftlichen Gebäuden. Aber ich habe vielleicht auf dieser Reise zu viele schöne Altstadt gesehen. Ich spaziere etwas rum und gehe Libanesisch essen, dann zurück zum Hostel.
Am Morgen wieder weiter dem Canal entlang. Schnell bin ich aus dem Städtischen raus und es sind wieder die herrlichen Landschaften durch Wälder und Wiesen. Nach 50 km erreiche ich den höchsten Punkt des Kanals, auf 190 Meter. Von hier könnte man noch zu den Stauseen hinauf fahren, die das Wasser  Speichern um den Betrieb des Kanals auch im Sommer zu gewährleisten. Damit nicht zuviel Wasser verdunstet wurden entlang des Kanals Bäume gepflanzt und so fährt man meistens im Schatten. Erbaut wurde er in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts von Pierre-Paul Riquet. Es hat sehr viele schleusen, zum Teil alle paar 100 Meter. Und dann bis zu 9 Schleusen nacheinander.
Bei den Schleusen hats meist gemähte Wiesen und auf soeiner übernachte ich heute.

Toulouse 19.5.2024

Wieder einen schönen Abend mit meinen Warmshowergastgeber verbracht. Die Söhne, 3 an der Zahl wollten alles wissen über die Reise, die Veloschuhe und Pedalen u.v.m.
Um 9 Uhr als ich mein Velo zum Gartentor geschoben habe hats dann angefangen zu regnen. Also wieder zurück und 20 Minuten später ein 2. Versuch. Nach 15 km erreiche ich den Kanal. Angenehm diesem entlang zu fahren, aber etwas langweilig. Links die Eisenbahn, rechts die Autostrasse und dahinter Industriegebiete. Einmal beginnts noch zu Regnen, aber bis ich die Regenkleidung angezogen habe hats schon wieder aufgehört. In Toulouse treffe ich auf den Canal du midi und der begleitet mich bis nach Sete. Ich Checke in meinem sehr schönen Hostel ein und warte dass der Regen aufhört um die Stadt zu  besichtigen.

Bourret 18.5.2024

Den Abend verbringe ich mit Adrian.Er ist seit 2019 mit dem Velo unterwegs. Mit Zelt und Hund. Er bekommt  615 Euro Rente,  damit kann er sehr gut leben. Da kann er die Hälfte sparen.
Am Kanal hat es plötzlich wieder viele Wanderer. Das sei der Camino de Compostela von Puy aus.
In Moissac mache ich einen Abstecher zur Benediktiner Abtei. Martina hat mir den Tipp gegeben.  Und es ist wirklich ein beeindruckendes Gebäude. Nach fast 80 km beschliesse ich meine heutige Etappe, wo ich in Bourret auf den Feierabend meiner Warmshowergastgeber warte.

Serignac 17.5.2024

Nochmals einen schönen Abend mit meiner Warmshowergastgeberin. Nach einer Stadtführung kocht sie für mich ein Magret de Canar mit Gemüse und Teigwaren und wir diskutieren übersReisen und das Leben mit und ohne Kinder.
Vor 8 Uhr bin ich schon wieder unterwegs, denn für den Nachmittag ist Regen angesagt und da möchte ich den grossen Teil der Strecke gemacht haben. Nach wenigen Kilometern erreiche ich den Canal entre les deux Mère und der sollte mich bis ans Mittelmeer begleiten. Nur dass er ab Toulouse Canal du midi  heisst. Und wirklich gegen Mittag beginnt ein leichter Nieselregen. In Damazan, einem kleinen Städtchen finde ich ein unscheinbaren Bistro. Unscheinbar? – So macht es den Eindruck aber als ich mein Essen bekomme muss ich mich korrigieren. Es ist die hohe Kunst des Kochens was mir da serviert wird.
Um 2 hats aufgehört zu regnen und ich erreiche mein heutiges Ziel trocken. In Serignac hats einen Campingplatz für Velofahrer.  Schöne Plätze fürs Zelt,  WC, Dusche und eine Steckdose uns Handy aufzuladen, also alles was das Radfahrerherz begehrt. Von der Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt.

La Reole 16.5.2024

Wieder verbringe ich einen schönen Abend mit meinen Warmshowergastgeber. Pauline, die 6 Jährige Tochter von Claire und Antoine, fragt mich nach allen Abenteuern aus, die man auf Veloreisen erlebt, denn sie wollen nächstes Jahr in 4 Monaten bis nach Budapest fahren. Während Maël, der 4 jährige Sohn mehr an den Chips interessiert ist.
Als ich am Morgen losfahren will ist es bewölkt aber trocken. Es geht weiter der ehemaligen Bahnlinie entlang. Mit nur wenigen Regentropfen erreiche ich Soveterne, ein kleines Städtchen mit einem großen Dorfplatz der recht schön wäre, wenn er nicht, wir meistens in Frankreich, mit Autos überfüllten wäre. Nach einem 2. Zmorge scheint die Sonne und ich mache mich wieder auf den Weg. Bis nach La Reole sind es nur noch 20 km aber es wird heute noch mehrfach Regen geben.  Dass es nicht mehr der Bahnlinie entlang geht merke ich am hügeligen Gelände schnell. Als ich dann kurz nach 14 Uhr in La Reole bin habe ich gerade noch Zeit mein Velo unter einem Baum anzubieten und in eine wiedermal Bäckerei zu flüchten. Es regnet in Strömen. Und da warte ich jetzt bis meine Warmshowergastgeber um 17.30 nach Hause kommen.

Créon 15.5.2024

Das das Wetter mir eher den Nachmittag für meine Fahrt empfiehlt habe ich schon am Vortag gesehen und so packe ich meine Sachen gemütlich zusammen und lasse mich von Google zur nächsten Bäckerei führen. Aber was für eine Bäckerei. Vorne der Verkaufsraum mit Haufenweise knusprigen Broten und Süssgebäck vom feinsten. Dann ein langer Tisch der einem zum Frühstück einlädt und hinten die Backstube wo mich der Bäckergeselle gleich zur Besichtigung einlädt. Er erklärt mir wie er einfeuern muss und wie er dann die Wärme im Backraum an den richtigen Ort leitet.
Wenn jemand wissen will wieso man Bordeaux besuchen sollte: „Boulangerie Au Pétrin Moissagais“
Um viertel vor Zwei schiebe ich mein Velo auf die Strasse – und drehen gleich wieder um. Einen Regenschauer und 2 Kapitel später der nächste Versuch. Und ich komme 7 km bis ich beim nächsten Supermarkt unterstehen kann. Dasselbe nochmals bei km 11 und einem Lidl aber dann geht’s ohne weiteren regengeschuldeten unterbruch weiter bis nach Créon. Der Weg, es ist der EuroVelo 3 führt auf einer ehemaligen Bahnlinie wunderschön durch Wälder und keinen Seen entlang.

Bordeaux 14.5.2023

Die Stadtführung war mit etwas viel Geschichte und eigentlich sollte ja Bordeaux Frankreichs Hauptstadt sein aber das war aus Militärstrategischen Gründen nicht möglich, aber es ist die Welthauptstadt des Weines. Bausünden gab’s hier auch. Als die Engländer hier waren haben sie die Kathedrale so schlecht gebaut, dass sie das Gewicht und die Vibrationen der Glocken nicht ertragen haben und so wurde daneben ei Glockenturm gebaut.
Am Nachmittag  gehe ich zum Cité de Vin.
Das Museum ist sehr interessant und Abwechslungsreich. Die Geschichte des Weines, die weltweiten Weinregionen,  die Herstellung, wieso der in verschiedenen Regionen  verschieden schmeckt und wie sich die Geschmäcker und Moden im Laufe Zeit verändert haben wird mit Bildern, Videos, Audio, Text und speziellen Ausstellungsräumen gezeigt. Ich habe sogar den Eindruck gewonnen die Ausstellung war nicht mal Tendenziös, in der Art, dass nur Bordeauxwein der richtige ist.
Heute war das Wetter vor allem abwechslungsreich. Ich bin rumspaziert und immer wenns ein Regenschauer gab bin ich mit Tram, Bus oder Schiff wo anders hingefahren. Zum Schluss des Aufluges habe ich dann noch in der ‚École de Vin ‚ einige Burgunder ausprobiert. Aber die Unterschiede zwischen den teuren und den sehr Teuren konnte ich nicht wirklich feststellen. Ein Sommelier werde ich wohl nie werden.
Und jetzt das wesentliche meines Aufenthalts in Bordeaux. Meine Zukunft, wie geht’s weiter. Ich werde morgen südöstlich nach Toulouse fahren. Dann dem Canal du midi entlang zum Mittelmeer  und dann durch das Rohnetal in die Schweiz.
Die ersten 2 Etappen werden eher kurz, denn da ist etwas Regen angesagt. Das heisst ich muss die Momente ser Aufhellungen anpassen. Ich habe auch schon die ersten 2 Übernachtungen bei Warmshowergastgebern. Da freue ich mich speziell darauf.

Bordeaux 13.5.2024

Ein Gewitter in der Nacht hat mich weiter nicht gestört und am Morgen beim zusammenpacken war das Zelt auch schon wieder trocken.
Die 39 km nach Bordeaux sind auf einer schnurgeraden Strasse und am Sonntag morgen hats kaum Verkehr. Eine Pause muss ich machen um einen Regenschauer in einem Bushäuschen abzuwarten. Mein Hotel gefällt mir. Nahe des Centrums, in einem Altstadthaus und unten hats eine große Lounch mit Küche.
Heute werde ich eine geführte Stadtbesichtigung machen und ev. In die Cité de Vin gehen.

Tage des Abschiedes 11.5.2024

Man kann ja vieles über die Franzosen sagen, aber Velowege bauen können sie, wenn sie wollen. Geistern bin ich von meinem 95 km 80 auf einem Veloweg, durch Wälder und Felder gefahren, keine Autostrasse weit und breit. Nur alle 15 km eine gut gesicherte Überquerung einer Nebenstraße. Einziger kleiner Mangel, obwohl ich dem Meer entlang fahre sehe ich das Meer kein einziges Mal. Aber das ist klagen auf hohem Niveau.
Eigentlich hatte ich im Sinn heute meinen ersten 100 km zu machen, aber bei km 95 finde ich den idealen Schlafplatz. In einem Wald, eben und kein Lärm, ausser dem rauschen der Wellen. Ja, das Meer ist gleich hinter der Düne und so komme ich noch zu einem Bad am Abend.
Am Morgen sind nochmals 20 km auf dem idealen Veloweg. Dann kommen wider ein Mix zwischen sehr gut und mässig. Ich mache vorwärts denn das Wetter soll sich am Sonntag ändern und dann möchte ich in Bordeaux sein. Das Meer sehe ich nur noch von weitem und das ist dann auch mein Abschied vom Meer – genauer gesagt vom Atlantik. Denn ich habe eine neue Variante meiner Weiterreise und da würde ich dann noch ein anderes Meer sehen. Aber dazu später.

Ein weiterer Abschied ist der des EuroVelo 1. Den wede 7ch auf dieser Reise nicht mehr befahren. Meinen ersten 100 km mache ich heute. Zwischen Eisenbahn und Strasse finde ich bei km 103.4, 36 km vor Bordeaux, meinen Schlafplatz.

Atlantik Richtung Norden 9 5.2024

Der Abend mit meinem Warmshowergastgeber  war sehr angenehm. Wir, Vater, Sohn und ich, haben Karten gespielt und uns Geschichten von unseren Veloreisen erzählt.
Über dem Strand hing Nebel, was mich an Californien im Sommer erinnert. Und dann wieder ein Wegweiser auf die EuroVelo 1.
Wie gestern in Spanien, die ersten 10 km der perfekte Veloweg und dann die schnale, vielbefahrene Autostrasse. Nur dass in den Autos nicht die rücksichtsvollen Spanier sondern die nervösen Franzosen sitzen. Das heißt auch bei kleinen Steigungen stossen, so dass zwischen mir und den Autos noch ein Fahrrad ist und beim runterfahren in der Mitte der Spur fahren, dass sie gar nicht auf die Idee kommen zu überholen. Doch dann hats wieder Velowege.
Einen guten Platz zum übernachten zu finden ist schwierig, so nahe am Meer. Doch dann finde ich ein Picknickhäuschen wo ich mich daneben einrichten kann. Mir kommt die luxuriöse Situation in den USA in den Sinn, wo mann in allen Stadtparks sein Zelt aufschlagen konnte.

San Sebastian 7.5.2024

Die Sonne scheint und es ist recht warm als ich mich über den Strand Richtung Zentrum aufmache. Aber nicht einmal die Hälfte des Weges schaffe ich trocken. Bevor es richtig schüttet kann ich gerade noch unterstehen. Unter der Uferpromenade hat es einen gedeckten Weg und einige Fitnessclubs. Von da geht man nach dem Training noch schnell ins Meer Schwimmen. Und nicht nur ein paar wenige. In vielen grossen und kleinen Gruppen  wird da bei jedem Wetter gebadet.
Sobald der Regen etwas nachgelassen hat suche ich mir ein trockenes Café um den nächsten Schauer abzuwarten.
Auf den Berg hinter der Altstadt steigen und einen Bummel durch eben diese Altstadt steht auf dem Programm. Sehr hübsch ist sie und recht belebt. Und ein paar imposante Kirchen stehen herum.
Auf dem Rückweg zum Hostel kann ich nicht den Strandweg nehmen, denn es ist Flut und da kommt man nicht durch.
Morgen sind es nur etwas über 20 km bis nach Frankreich. Da habe ich gleich nach der Grenze einen Warmshowergastgeber. In Spanien hat das nie geklappt obwohl ich viele angeschrieben habe. Meistens bekam ich gar keine Antwort.

Wie weiter in Frankreich

Bin mir am überlegen welche Route ich in Frankreich nehmen soll. Zeit habe ich auf jeden Fall genug.
Bordeaux Schweiz direkt ist kürzer aber mit mehr Steigungen. Es geht durch Gebiete wo ich noch nie war.
Über Nates 600 km mehr und flach. Alles auf EuroVelo 1 und 15. Also Velowege. Schweiz Nantes bin ich mit Nathalie schon mal gefahren.
Hat jemand Ideen dazu oder einen ganz anderen Vorschlag?

Lift und Rolltreppen 7.5.2024

Morgens darf ich nicht zu früh los, denn es Regnet noch etwas. Aber um halb neun ist es gut. Und schon bald sehe ich auch wieder die Sonne. Eine kleine Autostrasse mit kaum Verkehr und leichtem auf und ab, führt mich der Küste entlang. Nach Deba, das sehe ich auf meinem Navi, hats eine starke Steigerung. Aber da treffe ich auf einen Lift. Schon in Bilbao habe ich gesehen dass es hier viele Aussenlifts und Rolltreppen gibt von einem Quartier ins andere. Praktisch, denke ich mir, so mache ich mir eine leichte Steigung. Fehl gedacht, nach dem Lift kommen noch 200 Höhenmeter mit 15-25% Steigung. Hier treffe ich wieder auf viele Pilger,  die die Nordroute nach Santiago nehmen.
Gegen Abend komme ich in San Sebastian an. Da will ich auch einen Tag bleiben, bevor ich die 20 km zur französischen Grenze unter die Räder nehme.

Eine lustige Begebenheit die mir im Zug nach Gerniko passiert ist. Ein junger Spanier im Abteil neben mir fragt mich über meine Reise  aus. Auf Antwort auf die  Frage nach meinem Atler reagiert er fällig fasziniert und beginnt den ganzen Wagen über meine Reise zu orientieren. Als ich ihm dann noch sage, dass ich letztes Jahr mit Windsurfen angefangen habe ist er völlig aus dem Häuschen. Wie ich das mache, so möchte er auch werden.

Bilbao 2 5.5.2024

Samstag morgen,  also durch die Einkaufsstrassen. Ich gerate auf einen Platz wo viele kleine Gruppen von jungen Erwachsenen um Campingtischen sitzen und daran sind auf Campingkochern Essen zubereiten. Sicher 50 bis 100 solche Gruppen.  Auch als ich zur Mittagszeit nochmals dort vorbeischaue gibt’s aber für aussenstehende nichts zu essen. Ich verstehe keine Antwort auf meine Fragen was das hier für ein Anlass ist.
Am Nachmittag fahre ich mit einer Standseilbahn auf einen Hügel neben der Stadt und genieße die Aussicht. Runter geht’s dann zu Fuss und so komme ich rechtzeitig zum Aperitif in die Altstadt. Wenn ich gestern gemeint hatte es hätte viele Leute auf der Straße,  dann lerne ich heute was viel ist. Auf einigen Gassen ist es schwierig überhaupt durch zu kommen. Aber während ich gestern an der Reitzüberflutung ‚gelitten‘ habe kann ich es heute genießen.
Es wurde mir empfohlen die ersten 25 km von Bilbao bis Gerniko den Zug zu nehmen, denn die Strasse sei nicht schön, eng und stark befahrenen und ich mach das auch so. Ein Engländer im Jostel in Bilbao hat mir erzählt dass das Museum über Folter sehr eindrücklich sei, so eindrücklich das er es bereue, es besucht zu haben. Für mich stellt sich die Frage gar nicht, denn Sonntag um 9 Uhr schläft noch alles. Ich genisse es wieder auf dem Velo zu sitzen. Nach 2 Tagen Zug und 2 Tagen Bilbao kommt es mir wie Wochen vor.
Die Straße ist schön, nicht allzuviel Verkehr  und, es ist Sonntag morgen, hunderte von Rennradfahrern die mit ihren Kollegen die Morgentour machen. Ich glaube ihnen ist es zu verdanken dass in Spanien die Autofahrer so rücksichtsvoll sind.
Ich fahre heute nicht allzuweit und als ich um 13 Uhr beim Hotel ankomme beginnt es zu regnen

Bilbao 4.5.2024

Obwohl für die nächsten Tage Regen angesagt ist empfängt mich am nächsten Morgen  ein wolkenloser Himmel. Nach einem kleinen Abstecher durch die Altstadt führt mein Weg zum Guggenheimmuseum.
Der Bau ist wirklich beeindruckend. Ausser dem Boden gibt es keine geraden Flächen. Alles ist gewölbt und gebogen. Erstaunlich wie man sich soetwas ausdenken und planen kann. Die Aussenwände aus Titan ändern die Farbe je nach Sonneneinstrahlung.
Im innern beeindruckt mich vor allem eine Instalation, The Matter of Time. Als ich durch diese Instalation gehe, kommt es mir vor als läuft die Zeit langsamer und der Weg sei unendlich. Irgendwie beängstigend.
Am Abend gehe ich durch die Gassen des Abando quartiers, wo man trotz der vielen Bars Schwierigkeiten hat einen Platz zu finden um seinen Vino tinto zu trinken und ein paar Tapas zu essen.
Obwohl mir die Stadt gefällt zieht es mich weiter. Doch der Regen macht mir einen Strich durch die Rechnung. Ich hoffe dass es morgen besser ist.

Zugahrt 2.5.2024

Vor einer langen Zugfahrt kauft man sich ein Picknick und das wollte ich auch so halten. Aber da kommt mir der 1. Mai in die Quere. Das da nicht alles offen hat, hätte ich mir denken können, aber dass auch die Läden, die sonst auch Sonntags und abends bis 10 Uhr offen sind heute geschlossen haben, hat mich doch erstaunt. Der einzige Proviant den ich bekomme sind Brot und Kuchen. Zum Glück habe ich Wasser vom Hostel mitgenommen.  Aber was soll ich klagen. Die französische Königin soll ja, als man ihr gesagt hat ihr Volk hätte kein Brot mehr zu essen, dann sollen sie halt Kuchen essen. Ich habe beides.
Die Fahrt  nach Ovideo läuft problemlos.
Ovideo soll die eleganteste Stadt Spaniens sein. Breite Einkaufsstrassen, grosse Fußgängerzonen. Elegant ja, aber auch langweilig. Wobei bei meinem Urteil zu bedenken ist, ich bin nur knapp 2 Stunden umhergegangen.
Gut habe ich mich noch am Abend nach der weiterfahrt erkundigt. Der nächste Zug fährt nicht um 8.35 gemäss Google sondern um 7.57. Zum Einkaufen gab’s da natürlich auch noch nichts und so sitze ich wieder mit meinen Wasserflaschen und Energierigeln im Zug. Die Gegend ist sehr grün, wild und hügelig. Und die Sonne scheint. Fast bereue ich meine Entscheidung für den Zug. Wenn ich dannaber wieder an das Hagelgewitter von gestern Abend denke…
Nach knapp 3 Stnden in denen wir 85 km zurückgelegt haben kommen wir für einen kurzen Moment ans Meer.
In Santander habe ich das letzte Mal den Zug gewechselt und sollte so kurz vor 17 Uhr in Bilbao ankommen.

Wieder ans Meer 30.4. 2024

Geregnet hats kaum in der Nacht und i h kann au h im Trockenen zusammenpacken und losfahren. Fahren – eher stossen denn es gibt wieder einen kleinen Pass zu überqueren. Dann geht’s lange runter und als ich gegen 11 Uhr die Küste erreiche beginnt, wie erwartet, der Regen. Noch 25 km sind es bis nach Ribadeo, wo ich ein Hostel reserviert habe.
Für die nächste Tage siehts schlecht aus mit dem Wetter und so beschliesse ich mit dem Zug nach Bilbao zu fahren. Nicht so einfach. Beim Bahnhof erklärt man mir in ei em Tag unmöglich. 2 Züge gibt’s am Tag nach Oviedo. Dort ein Zug bis Santander und dann noch einen bis Bilbao. Aber keine Ahnung wann diese Fahren. Aber der Automat wisse bescheid. Nur funktioniert der nicht. Der Preis, keine Ahnung, aber der Billietautomat – aber auch die Bahnhofsvorsteherin kann auch kein Billiet lösen. Nach einem Telefonat und 15 Minuten warten gibt sie auf. So fahre ich Morgen nach Ovideo und habe keine Ahnung wie es weitergeht.

Fertig gepilgert 29.4.2024

3 Grad zeigte mein Thermometer. Ich musste auch alle meine warme Unterwäsche anziehen um nicht zu frieren. Als ich dann unterwegs war, war die Kälte kein Problem mehr denn es ging erst mal eine Stunde schieben bergauf. Doch von der Anhöhe her schob sich der Nebel mir entgegen was dann die Abfahrt kalt machte. Voe allem da ich keine Handschuhe dabei hatte. Fast war ich froh um die vielen Gegensteigungen. Natürlich traf ich wieder auf viele Pilger aber diesmal waren sie kein Problem denn ich fuhr ihnen entgegen und so konnten sie gut Platz machen. In Lugo traf ich mittags ein und da musste ich entscheiden: weiter dem Pilgerweg entlang nach Osten oder Nordwärts zur Küste. Ich habe mich für die Küste entschieden denn das Wetter ist in den nächsten Tagen immer noch sehr unsicher und so kann ich denn, wenns länger regnet den Zug nach Bilbao nehmen und dort die Sonne abwarten.
Heute schlafe ich jedenfalls nochmals draussen.

Richtung Osten 28.4.2024

Es ist kalt und Neblig aber es regnet nicht. So fahre ich um 7 Uhr, hier ist es noch dunkel, los. Zwischendurch lichted sich der Nebel und Gegen 7.30 spielt die Sonne mit. Pilger sind noch keine unterwegs. Dann macht wieder zu unrd eine halbe Stunde warte ich einen Regenschauer in einem Bushäuschen ab. Kurz vor Melide überholt mich ein Radfarerpaar. Es sind alte Bekannte. Die Neuseeländer die ich auf dem Boot zwischen Portugal und Spanien getroffen haben. Leider sind sie etwas gestresst, der Tag den auch sie wegen dem Regen verloren haben müssen sie wieder aufholen. Ich mache eine etwas längere Pause. Ich will das Wetter noch etwas beobachten. Aber es scheint sich zu bessern und ich freue mich endlich wieder mal eine Nacht im Zelt zu verbringen.
Direkt am Pilgerweg, neben Bach und Brücke werde ich schlafen.

Santiago de Compostela  3 27.4.2024

Ich bin dann doch nochmals ins Stadtzentrum. Als ich auf dem Hauptplatz angekommen bin hat gerade die Sonne hervorgeschaut und es war eine super Stimmung. Viele Mountainbiker sind angekommen, ohne Gepäck, haben sich gratuliert und die Bikes in die Höhe gehoben, es wurde gesungen, geholt und gebetet. Eine junge Chinesin hat mich gleich umarmt als sie gehört hat, dass ich von Faro komme und noch in die Schweiz will.
Zurück im Hostel packe ich schon mal für morgen, denn wenn Wetter auch will bin ich um 7 Uhr unterwegs.