Archiv der Kategorie: francais/deutsch

Bilbao 2 5.5.2024

Samstag morgen,  also durch die Einkaufsstrassen. Ich gerate auf einen Platz wo viele kleine Gruppen von jungen Erwachsenen um Campingtischen sitzen und daran sind auf Campingkochern Essen zubereiten. Sicher 50 bis 100 solche Gruppen.  Auch als ich zur Mittagszeit nochmals dort vorbeischaue gibt’s aber für aussenstehende nichts zu essen. Ich verstehe keine Antwort auf meine Fragen was das hier für ein Anlass ist.
Am Nachmittag fahre ich mit einer Standseilbahn auf einen Hügel neben der Stadt und genieße die Aussicht. Runter geht’s dann zu Fuss und so komme ich rechtzeitig zum Aperitif in die Altstadt. Wenn ich gestern gemeint hatte es hätte viele Leute auf der Straße,  dann lerne ich heute was viel ist. Auf einigen Gassen ist es schwierig überhaupt durch zu kommen. Aber während ich gestern an der Reitzüberflutung ‚gelitten‘ habe kann ich es heute genießen.
Es wurde mir empfohlen die ersten 25 km von Bilbao bis Gerniko den Zug zu nehmen, denn die Strasse sei nicht schön, eng und stark befahrenen und ich mach das auch so. Ein Engländer im Jostel in Bilbao hat mir erzählt dass das Museum über Folter sehr eindrücklich sei, so eindrücklich das er es bereue, es besucht zu haben. Für mich stellt sich die Frage gar nicht, denn Sonntag um 9 Uhr schläft noch alles. Ich genisse es wieder auf dem Velo zu sitzen. Nach 2 Tagen Zug und 2 Tagen Bilbao kommt es mir wie Wochen vor.
Die Straße ist schön, nicht allzuviel Verkehr  und, es ist Sonntag morgen, hunderte von Rennradfahrern die mit ihren Kollegen die Morgentour machen. Ich glaube ihnen ist es zu verdanken dass in Spanien die Autofahrer so rücksichtsvoll sind.
Ich fahre heute nicht allzuweit und als ich um 13 Uhr beim Hotel ankomme beginnt es zu regnen

Bilbao 4.5.2024

Obwohl für die nächsten Tage Regen angesagt ist empfängt mich am nächsten Morgen  ein wolkenloser Himmel. Nach einem kleinen Abstecher durch die Altstadt führt mein Weg zum Guggenheimmuseum.
Der Bau ist wirklich beeindruckend. Ausser dem Boden gibt es keine geraden Flächen. Alles ist gewölbt und gebogen. Erstaunlich wie man sich soetwas ausdenken und planen kann. Die Aussenwände aus Titan ändern die Farbe je nach Sonneneinstrahlung.
Im innern beeindruckt mich vor allem eine Instalation, The Matter of Time. Als ich durch diese Instalation gehe, kommt es mir vor als läuft die Zeit langsamer und der Weg sei unendlich. Irgendwie beängstigend.
Am Abend gehe ich durch die Gassen des Abando quartiers, wo man trotz der vielen Bars Schwierigkeiten hat einen Platz zu finden um seinen Vino tinto zu trinken und ein paar Tapas zu essen.
Obwohl mir die Stadt gefällt zieht es mich weiter. Doch der Regen macht mir einen Strich durch die Rechnung. Ich hoffe dass es morgen besser ist.

Zugahrt 2.5.2024

Vor einer langen Zugfahrt kauft man sich ein Picknick und das wollte ich auch so halten. Aber da kommt mir der 1. Mai in die Quere. Das da nicht alles offen hat, hätte ich mir denken können, aber dass auch die Läden, die sonst auch Sonntags und abends bis 10 Uhr offen sind heute geschlossen haben, hat mich doch erstaunt. Der einzige Proviant den ich bekomme sind Brot und Kuchen. Zum Glück habe ich Wasser vom Hostel mitgenommen.  Aber was soll ich klagen. Die französische Königin soll ja, als man ihr gesagt hat ihr Volk hätte kein Brot mehr zu essen, dann sollen sie halt Kuchen essen. Ich habe beides.
Die Fahrt  nach Ovideo läuft problemlos.
Ovideo soll die eleganteste Stadt Spaniens sein. Breite Einkaufsstrassen, grosse Fußgängerzonen. Elegant ja, aber auch langweilig. Wobei bei meinem Urteil zu bedenken ist, ich bin nur knapp 2 Stunden umhergegangen.
Gut habe ich mich noch am Abend nach der weiterfahrt erkundigt. Der nächste Zug fährt nicht um 8.35 gemäss Google sondern um 7.57. Zum Einkaufen gab’s da natürlich auch noch nichts und so sitze ich wieder mit meinen Wasserflaschen und Energierigeln im Zug. Die Gegend ist sehr grün, wild und hügelig. Und die Sonne scheint. Fast bereue ich meine Entscheidung für den Zug. Wenn ich dannaber wieder an das Hagelgewitter von gestern Abend denke…
Nach knapp 3 Stnden in denen wir 85 km zurückgelegt haben kommen wir für einen kurzen Moment ans Meer.
In Santander habe ich das letzte Mal den Zug gewechselt und sollte so kurz vor 17 Uhr in Bilbao ankommen.

Wieder ans Meer 30.4. 2024

Geregnet hats kaum in der Nacht und i h kann au h im Trockenen zusammenpacken und losfahren. Fahren – eher stossen denn es gibt wieder einen kleinen Pass zu überqueren. Dann geht’s lange runter und als ich gegen 11 Uhr die Küste erreiche beginnt, wie erwartet, der Regen. Noch 25 km sind es bis nach Ribadeo, wo ich ein Hostel reserviert habe.
Für die nächste Tage siehts schlecht aus mit dem Wetter und so beschliesse ich mit dem Zug nach Bilbao zu fahren. Nicht so einfach. Beim Bahnhof erklärt man mir in ei em Tag unmöglich. 2 Züge gibt’s am Tag nach Oviedo. Dort ein Zug bis Santander und dann noch einen bis Bilbao. Aber keine Ahnung wann diese Fahren. Aber der Automat wisse bescheid. Nur funktioniert der nicht. Der Preis, keine Ahnung, aber der Billietautomat – aber auch die Bahnhofsvorsteherin kann auch kein Billiet lösen. Nach einem Telefonat und 15 Minuten warten gibt sie auf. So fahre ich Morgen nach Ovideo und habe keine Ahnung wie es weitergeht.

Fertig gepilgert 29.4.2024

3 Grad zeigte mein Thermometer. Ich musste auch alle meine warme Unterwäsche anziehen um nicht zu frieren. Als ich dann unterwegs war, war die Kälte kein Problem mehr denn es ging erst mal eine Stunde schieben bergauf. Doch von der Anhöhe her schob sich der Nebel mir entgegen was dann die Abfahrt kalt machte. Voe allem da ich keine Handschuhe dabei hatte. Fast war ich froh um die vielen Gegensteigungen. Natürlich traf ich wieder auf viele Pilger aber diesmal waren sie kein Problem denn ich fuhr ihnen entgegen und so konnten sie gut Platz machen. In Lugo traf ich mittags ein und da musste ich entscheiden: weiter dem Pilgerweg entlang nach Osten oder Nordwärts zur Küste. Ich habe mich für die Küste entschieden denn das Wetter ist in den nächsten Tagen immer noch sehr unsicher und so kann ich denn, wenns länger regnet den Zug nach Bilbao nehmen und dort die Sonne abwarten.
Heute schlafe ich jedenfalls nochmals draussen.

Richtung Osten 28.4.2024

Es ist kalt und Neblig aber es regnet nicht. So fahre ich um 7 Uhr, hier ist es noch dunkel, los. Zwischendurch lichted sich der Nebel und Gegen 7.30 spielt die Sonne mit. Pilger sind noch keine unterwegs. Dann macht wieder zu unrd eine halbe Stunde warte ich einen Regenschauer in einem Bushäuschen ab. Kurz vor Melide überholt mich ein Radfarerpaar. Es sind alte Bekannte. Die Neuseeländer die ich auf dem Boot zwischen Portugal und Spanien getroffen haben. Leider sind sie etwas gestresst, der Tag den auch sie wegen dem Regen verloren haben müssen sie wieder aufholen. Ich mache eine etwas längere Pause. Ich will das Wetter noch etwas beobachten. Aber es scheint sich zu bessern und ich freue mich endlich wieder mal eine Nacht im Zelt zu verbringen.
Direkt am Pilgerweg, neben Bach und Brücke werde ich schlafen.

Santiago de Compostela  3 27.4.2024

Ich bin dann doch nochmals ins Stadtzentrum. Als ich auf dem Hauptplatz angekommen bin hat gerade die Sonne hervorgeschaut und es war eine super Stimmung. Viele Mountainbiker sind angekommen, ohne Gepäck, haben sich gratuliert und die Bikes in die Höhe gehoben, es wurde gesungen, geholt und gebetet. Eine junge Chinesin hat mich gleich umarmt als sie gehört hat, dass ich von Faro komme und noch in die Schweiz will.
Zurück im Hostel packe ich schon mal für morgen, denn wenn Wetter auch will bin ich um 7 Uhr unterwegs.

Santiago de Compostela  2 27.4.2024

Die Altstadt ist wirklich sehr schön und sehr belebt. Neben den vielen Souvenirladen und Bars hat es auch einige alte Läden Gemüse, Früchte, Mercerien und alles was man so zum Leben braucht. Dann komme ich zur Kathedrale. Auf dem Platz davor die ankommenden Pilger, die ihr Selfie machen, den Champagner öffnen, tanzen oder sonstwie der Freude ihres Ankommens Ausdruck verleihen.
Ich mache meine Umfrage von gestern weiter und erhalte neue Antworten: Die erste weiwanderung die wir machen und dafür gab es ein gutes Pauschalangeboht, sagen mir 2 Dänen aber für die nächste Wanderung würden sie auch eine schönere und ruhigere Strecke wählen. Und ein Rumäne meinte, man sagt es mache aus einem einen besseren Menschen und bei ihm hätte es auch so gewirkt. Es ist schon sein 3. Mal das er nach Santiago pilgert.
Die Kathedrale und die anderen Kirchen sind schon sehr eindrücklich. Aber am besten gefallen mir wie meistens die Markthallen.
Den ganzen Freitag gehe ich im Regen in der Altstadt umher und hätte Lust weiterzuführen aber für Freitag waren 1.1 l Regen pro m2 angesagt für heute Samstag sind 12 Liter. Also buche ich noch eine Nacht im Hotel. Morgen sollen es noch 0.9 Liter sein und das eher am Nachmittag. Nur was mache ich den ganzen Tag? Ausser der Altstadt, und da habe ich jede Gasse schon mindestens 2 mal gemacht, gibt es nicht viel zu sehen. Im Moment begnügen ich mich zuzuschauen wie 2 Velofahrer ihr Rad bepackt und sich selbst einpacken um sich wieder in den Regen zu stürzen. Sie hätten genug vom Regen und würden sich heute Abend von ihrer Frau abholen lassen.

Santiago de Compostela 25.4.2024

Der Pilgerweg ist wunderschön zum fahren. Ausser die 15cm tiefen und 30 cm breiten Wasserrillen alle 150 Meter trüben das Vergnügen. Und dann ab 10 Uhr die Pilger. Waren sie gestern noch zu hunderten sind sie heute zu tausenden unterwegs. Ich bin dauern am Rufen aber die Kopfhörer haben auch unter dieser Menschengruppe Einzug gehalten. So weiche ich halt wieder auf die Strasse aus.
Die letzten 10 km geht’s bergauf und da nehme ich wieder den Pilgerweg. Beim stossen bin ich auch nicht schneller. So komme ich mit einigen ins Gespräch. Mich interessiert wieso man so einen Pilgerweg macht. Da gibt’s sicher die religiösen Gründe, aber ich glaube das ist bei den wenigstens der Fall. Das Weitwandern kann ich nachvollziehen. Aber wieso hier, in den Menschenmassen, zu mehr als die Hälfte auf Asphalt und vieles der Autostrasse entlang. Und das Resultat meiner nicht Represantiven Umfrage. Es sind die Menschenmasse, die einacheit und Sicherheit den Weg zu finden und die Infrastruktur.
Als ich die Stadtgrenze erreiche beginnts zu Regnen und ich komme nass in meine Unterkunft. Sehr schön eingerichtet mit grossen Badezimmer und einer Waschmaschiene. Also erst mal erledigen was zu erledigen ist und dann geht’s in die Stadt.

weiter Richtung Norden 24.4.2024


Es war wirklich der schönste Schlafplatz bis jetzt. Der Wind, der am Abend noch heftig war hat sich beruhigt. Nur der Mond war etwas hell. Am Morgen wurde ich mit einem heftigen Stoss geweckt. Ein Fischer hat mit seiner Rute geschaut ob da noch was lebt in dem braunen Schlafsack. Als ich aufwache grinst er mich Zahnlos an und fragt ob ich friere. Es ist zwar merklich kühler geworden doch mein Schlafsack wärmt mich genügend.
Nach 7 km ist es fertig mit der EuroVelo 1 Beschriftung und dem gelben Radweg. Doch da ich meist auf dem Camino (für die Pilger) unterwegs bin kann ich deren Beschriftung Nachfahren und übrigens meine Navigation mit der Uhr funktioniert auch plötzlich wieder. Pilger sind allerdings noch keine unterwegs. Um 10 Uhr sehe ich die ersten wieder.
Erst auf dem Pilgerweg oberhalb der Stadt Vigo realisieren ich dass das eine wirklich große Stadt ist. Der Weg ist eine gute Naturstrasse mit schönen Aussichtspunkten.
Allerdings nehmen ich nachher dann doch die Autostrasse denn ich will forwertskommen, denn morgen Nachmittag soll Regen einsetzen und da möchte ich schon in Santiago sein. Diesmal finde ich meinen Schlafplatz neben einem Fluss in einer Waldlichtung

Portugal ade 23 4.2024

Mit meinen ersten Warmshowergastgeber  habe ich einen sehr schönen Abend verbracht. Ich konnte meine Velokette frisch Ölen, wir haben interessante Gespräche geführt und sie haben mich kulinarisch verwöhnt.
Als ich am Morgen losfahren wollte habe ich die Strecke von heute auf meiner Navigationsuhr nicht gefunden. Alles Suchen und d probieren hat nichts gebracht. Und so bin ich losgefahren ohne Navi. Nicht so schlimm denn die Strecke ist einfach. Nach 25 km komme ich zum Fluss Miho, der die Grenze zu Spanien bildet.
Die überfahrt mit dem kleinen Boot ist etwas kompliziert aber irgendwie schaffen wir  die 5 Velos mit Fahrern doch noch auf das Boot. Neben mir sind noch 2 Canadier und 2 Neuseeländer unterwegs. Etwas traurig bin ich schon Portugal zu verlassen aber gleichzeitig freue ich mich auch auf die Abenteuer die mir in Spanien bevorstehen.
Es beginnt jedenfalls schon mal sehr gut. Ein gut ausgebauter und beschrifteter EuroVelo1 erwartet mich. Vor allem um die Beschriftung bon ich, ohne Navi, froh. Nach nur 55 km halte ich für die Nacht. Es noch sehr früh aber es kommt ein langes Stück stark bebautes Gebiet und ich will nach 3 Nächten im Bett wieder mal draussen Campieren. Es ist auch wirklich ein schöner Ort den ich mir gefunden habe. Direkt am Meer auf einer Wiese mit ein paar Steinen auf die ich mich setzten kann und die vor allzuviel Wind schützen.

Der Pilgerweg 22.4.2024

Schon als ich um 7h losfahren hats am Fluss viele Wanderer die mit grossen Rucksäcken losmarschieren. Und es werden mit der Zeit auch nicht weniger. Ich frage mich was das soll, denn so ideal die Strecke für mich auch ist, als Wanderer hätte ich keine Lust die 25km Strandpromenade zu laufen. Nachher hat es dann zum Teil Holzstege dem Meer entlang aber zwischendurch sehe ich sie immer wieder auf Kopfsteinpflaster und Asphalt.
Als ich dann bei einem Aufstieg mein Velo stoße spreche ich mit 2 Wanderer. Sie sind auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela und kurz darauf sehe ich auch Beschriftungen wie Das beste Fischfillet bis Santiago, die blau gelben Wegweiser und die gelben Pfeile, sowie die ersten Pulger die mir “ bom camino“ zurufen wenn ich vorbeifahre.
Für mich sind die erste 25 km ideal. Dann folgen 30 km Kopfsteonpflaster abwechselnd mit Sandpisten und überfluteten Naturstrassen. Für den Rest versuche ich erst den beschrifteten Pilgerweg mit Kopfsteonpflaster aber entscheide mich dann doch für die Autostrasse, die gut ausgebaut ist und nicht allzuviel Verkehr hat

Porto 21.4.2024


Nach einchecken im Hostel und Duschen geht’s auf die Suche nach der Buchhanlung Lello (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Livraria_Lello)
Es soll die schönste Buchhandlung der Welt sein. Ich komme an den Platz und will schon rein, aber da werde ich zurückgewiesen. Auf der anderen Straßenseite ist die lange Kolonne der wartenden Besucher. Und sowieso müsse ich erst ein Ticket kaufen,  online. Da kann man seinen Eintritt auf eine bestimmte Zeit buchen. Aber auch dann muss man immer noch eine Stunde anstehen. Und so schaue ich sie mir auf Wikipedia an. Dafür kaufe ich mir eine Tageskarte für die HopOn HopOff Busse. Der Audiogide ist nicht gerade genial aber ich komme so einfach zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Und das für 24 Stunden. Ausser dem Fluss, dem Duero, entlang geht’s immer rauf und runter und viel über Kopfsteonpflaster. Da bin ich froh, daß Velo nicht dabei zu haben. Mir gefallen die vielen kleinen Gassen mit den bunten Häusern und viele mit Kacheln. Die Straßen sind sehr belebt von Touristen aber auch viele Portugiesen flanieren umher. Aber am besten gefallen mir die Kirchen mit ihren gekachelten Außenwänden. Der Besuch der anderen Flusseite ist etwas enttäuschend. Die angekündigte Degustation von Portoweinen besteht aus einem Glas.
Jetzt freue ich mich auf meinen Znacht bevor ich meine Sachen zusammenpacke und morgen früh wieder losfahren, aus der quirligen und lauten Stadt raus. 75 km sind es bis nach Viana do Castello. Dort habe ich einen Warmshowergastgeber der mich erwartet.

Nach Porto 20.4.2024

Zum Fahren wieder Perfekt. Drum gibt’s nicht viel zum schreiben. Für die Nacht finde ich wieder einen Platz im Wald. Morgens um halb fünf wache ich auf. Blitz und Donner. Ich muss ans Gewitter am 24.7.2023 in La Chaux de Fonds denken. Wo kein Baum mehr stand. Meine Gedanken kreisen nur noch darum und niemand weiss wo ich bin. Ich sende einen Kartenausschnitt mit meiner Position an einen Freund. Obwohl das mir ja nichts nützt kann ich wieder etwas schlafen. Um 7 hört auch der Regen auf. Ich gebe Entwarnung und mache mich auf den Weg.
Die Velowege werden immer Besser. Über viele km fahre ich auf Holzstegen durch Sumpfgebiet. Ca. 20 km vor Porto beginnts mit den Radfahrern. Zu hunderten sind sie unterwegs.  Und viele Tandems. Sicher 100 begegnen mir bis Porto.
Der erste Empfang in Porto ist nicht ideal. Der Veloweg ist wegen einer Ferrarirallei gesperrt und ich muss zusätzliche Höhenmeter machen. Aber sonst ist alles perfekt.
Auf den ersten Eindruck gefällt es mir in dieser Stadt. Aber davon berichte ich im nächsten Blogteil.

Spam

Ich habe einen grossen russischen und einen kleinen chinesischen Angriff abgewehrt. In Form von 7304 Spam Kommentaren. Fals ich beim Löschen  aus Versehen auch einen ernsthaften Kommentar gelöscht habe war das ein Versehen und tut mir leid. Jetzt sollte ich alles besser unter Kontrolle haben. Also gene wieder Kommentare schreiben

So muss Velofahren sein 18.4.2024

Heute ist der perfekte Velotag. Bis auf 4 km und einer Autobahn ähnlichen Brüche, breite Velowege oder Straßen ohne Verkehr und die Steigungen halten sich sehr in Grenzen. Meistens durch Dünenlandschaft mit etwas an Büschen. Etwa 240 km nach Lissabon sehe ich zum ersten mal wieder einen EuroVelo1 Wegweiser obwohl ich immer auf dieser Route unterwegs bin.
Am Abend gehe ich auf einen Campingplatz. Es ist an der Zeit für eine Wäsche von mir und den Kleidern. Und ein gutes Znacht. Fisch, Salat und Pommes mit einem Sagres.

Nazareth 17.4.2024

Heute sind die Straßen kaum befahrenen und die Sandpisten selten. Aber das auf und ab ist immer noch. Um 11 bin ich in Nazare. Hier sind in den Wintermonaten dir Bog Wave Surfer aus der ganzen Welt zuhause. Denn eine untermeerische Schlucht ist dafür verantwortlich dass es Wellen mit einer Höhe von über 30 Metern gibt mit denen es die Surfer  versuchen können. Bei mir geht es aber nicht nur um 30 sondern um 110 Meter die ich bis zur Oberstatt überwinden muss und faul wie ich bin leste ich mir die Standseilbahn.
Oben angekommen treffe ich Jennie. Sie ist mit ihrem Fahrrad schon seit Monaten unterwegs und ganz glücklich wieder mal mit einem Radfahrer zu plaudern. Auch ich genieße das Bier mit ihr. Leider will sie noch an Ort verweilen und so ziehe ich alleine weiter.
Ihr Reisebericht www.jennieonthebike.com
Mein Weg ist jetzt viel flacher und mit einem perfekten Veloweg neben der Kaum befahrenen Strasse. Zum kompletten Radfahrerglück müsste nur der Wind noch die Richtung ändern. Bis zum Abend komme ich schon bis auf 170 km an Porto heran

Weiter Richtung Norden 16.4.2024

Abwechslungsreich schieben und bremsen. Auch heute geht’s so weiter. Aber der Gegenwind über den ich mich gestern zu beklagen vergessen habe, ist schwächer geworden. Zum Mittagessen suche ich ein kleines portugiesischen Restaurant von denen es südlich von Lissabon in jedem kleinsten Nest gab. Zwischen Surferkneipen mit Nachos und Chili, Kebab und Hamburger entscheide ich mich wieder, wie gestern für den Italiener.
Nach dem Essen wird die Landschaft wieder schöner und meine Strecke geht wieder über kaum befahrene Straßen durch Wälder und Felder. Es ist so schön hier, daß ich früher wie geplant halt mache und mein Lager in einem Wald aufschlage.

Rauf und runter 15.4.2024


Die Nacht war abenteuerlich wunderbar. Kräftiger Wind, und Sternenklar.
Aber das ins Bett gehen und aufstehen ist kompliziert. Einmal etwas nicht festhalten und es ist weg.
Die Straße ist gut und nicht allzuviel befahren. Dafür anstrengend. Rauf und runter ohne Ende. Und der Wind gibt auch zu tun. Bis um 13.30 schaffe ich 45 km. Für den Tag habe ich 80 vorgesehen.
Auch am Nachmittag geht’s mit dem auf und ab ohne unterbruch weiter. Mehr Verkehr und eine wenig interessante Strecke drücken auf die Moral. Nach 70 km gebe ich auf und verstecken mich und mein Zelt hinter ein paar Büschen.

Alleine weiter 14.4.2024


Obwohl Lissabon eine meiner liebsten Städte ist, sitzen wir nur in schattigen Parks herum und verpassen es neue Orte zu entdecken. Es hat einfach unglaublich viele Turisten. Uns ist es zu hektisch.
Charly hat einen Karton für sein Velo bekommen und wir finden ein sehr feines Restaurant für unser letztes Abendessen.
Am Morgen müssen wir unser Gepäck neu aufteilen. Ich nehme Werkzeug und Essensvorräte und Charly nimmt die grosse Kamera und die Wechselobjektive mit. Ich habe sie während der ganzen 10 Tage nur einmal hervorgenommen.
Nach einem letzten Mittagessen fährt Charly ostwärts zum Flughafen und ich westwerts.
Bis nach Belem hats schöne Velowege. Nachher muss ich mich entscheiden zwischen überfüllten Küstenpromenaden und stark befahrenen 4 spurigen Autostrassen. Bei einem Bad im Meer wasche ich mir den Staub der Straßen und vor allem  den Schweiss ab. Es wird in der Zwischenzeit am Nachmittag immer 25 bis 29 Grad warm. Nach Cascais hats neben der Autostrasse einen bestens ausgebauten Veloweg und schon bald komme ich an den westlichsten Punkt meiner Reise und auch an den westlichsten Punkt von ganz Festlandeuropa. Und genau da finde ich meinen Platz zum schlafen. Ich hoffe es windet nicht zu stark, denn ich schlafe draußen ohne Zelt