Dirk, ein Holländer muss zwar gleich nach meiner Ankunft nochmals weg aber es bleibt genügend Zeit mir meinen Schlafraum, die Dusche und das Bier zu zeigen. Zum Essen sind dann er und seine Frau wieder da und ich habe genügend Zeit die warme Dusche zu genießen. Seit langem wieder die erste. Ein Bad im Fluss, eine kalte Dusche hat’s gegeben aber diese hier geniesse ich besonders. Nach dem Essen plane ich mit Dirk die Route der nächsten Tage. Er ist erstaunt welch gute Strassen meine App (komoot.de) gefunden hat und es gibt kaum Änderungen. Meine beiden Warmshower in Harrisonburg haben abgesagt und so bin ich sehr froh um ihr Angebot in ihrem Trailer, der in der Nähe von Harrisonburg steht zu übernachten.
Ich fahre etwas später am Morgen los, denn ich werde noch mit einem prächtigen Zmorge versorgt. Das mit dem Fotografieren klappt nicht mehr so recht. Es ist zwar schön aber wie zuhause und so geniesse ich die Fahrt, vergesse aber den Fotoapparat hervor zu nehmen.
Zuerst fahre ich auf kleinen einsamen Strassen, entschließe mich dann aber doch den Highway 11 zu nehmen, denn zum Einen hat’s da auch sehr wenig Verkehr, zum Anderen kommt man schon wesentlich schneller vorwärts und wie in den letzten Tagen ist für den Nachmittag ein Gewitter, nein ein „Thunderstorm“, das tönt nach viel mehr, angesagt.
Ich hab ja vorgehabt in Lexington einen Pausentag einzulegen, bei meinem geplatzten Warmshower. Da hätte ich natürlich auch bei Dirk und seiner Frau fragen können. Aber für den Donnerstag ist den ganzen Tag Regnen vorausgesagt und da fahre ich lieber noch 2 Tage bei Sonnenschein und mache dann in Winchester einen Ruhetag. Wenn’s dann mit der Übernachtung klappt. Ich habe noch keine Antwort. Das wäre dann, Inshalla, der letzte Ruhetag auf meiner Reise. Denn von dort sind es nur noch gut 400 km bis zur Fähre in New Jersey, die mich nach New York, dem Ende meiner Velotour bringen soll.
Aber erst mal nach Harrisonsburg und ein WiFi finden. Vister Center ist da immer eine gute Adresse. Aber das Einloggen ist so kompliziert dass ich weitergeht. Die Bibliothek, meist auch mit angenehmen Sofa. Smartphone nicht erlaubt. Restaurants. Das erste überfüllt. Ein Indisches hat gutes WiFi und ich komme sofort auf die Login Seite. Rein, Cola bestellt und – nein das WiFi funktioniert nicht. Beim nächsten frage ich zuerst nach dem WiFi. Wir schließen soeben, aber das Passwort bekomme ich trotzdem und so erledige ich meine Internetgeschäfte, ein Nachbar möchte mein Motorrad kaufen, hallt auf der Straße.
Und dann ab zu meinem Trailer am Waldrand. Trailer? Ich habe schon kleinere gesehen. Dieser Trailer hat 3 Schlafzimmern, 2 Badezimmer Küche und alles was dazugehört. Aber ja, wenn man 4 grosse Lastwagen hat und ihn 4-teilt kann man ihn transportierten.
Lexington
Wir sind nicht die einzigen im Stadtpark. Neben einer Großfamilie die hier picknickt und ein paar Joggen hat’s auch Wanderer die hier übernachten. Der Appalachentrail, ein Wanderweg von der Kanadischen Grenze in Main bis in den Süden geht kommt hier vorbei. Und so tauschen wir unsere Erfahrungen mit den Hikern aus.
Am Morgen dann wieder mal der 3. Abschied von John. Diesmal für immer. Denn er will wieder mal eine sehr lange Etappe machen und gehe nur bis Lexington. Dort habe ich einen Warmshowerplatz. Die Strecke so schön wie in den letzten Tagen, die Hitze auch oder sogar wieder etwas mehr. Der Fahrtwind kühlt nur noch wenig, das heißt wir nähern uns den 36 Grad. Kurz nach Mittag bin ich in Lexington. Melissa, die Warmshowerfrau hat nicht mehr auf meine Mails reagiert. Am Telefon nur der Beantworter. Beim Haus ist niemand. Ich gehe etwas in der Stadt herum. Beim 4. Anrufversuch nimmt ein sehr verärgerter Mann ab und schreit mich an. Verstehen tue ich kein Wort aber so wie der schreit ist das auch nicht nötig. Also writersuchen. Und ja, es gibt da noch ein Warmshower etwas außerhalb von Lexington und das klappt.
Wiedersehen
Der Sheriff ist nicht gekommen dafür ein Mann, der mir seine ganze Geschichte erzählt. Das Problem ist nur, ich verstehe kaum ein Wort. Am Anfang habe ich noch nachgefragt doch mit der Zeit nicke ich nur noch.
Um 6 Uhr wache ich auf und um viertel nach bin ich schon auf den Rädern. Ich müsste die ganze Reise jetzt beginnen, ich bin so richtig organisiert.
Bodennebel und Sonne bestimmen das Landschaftsbild. Und dabei ist es angenehm kühl und die Strasse schlängelt sich dem Fluss entlang. Nach über einer Stunde begegnet mir das erste Fahrzeug. Dann, nach 50 km ein kurzes Stück eine große Straße. Nochmals Waldwege und plötzlich treffe ich auf das Schild 76 Biktrail. Schön ist es wieder auf dem TransAmTrail zu sein. Ich rufe John an, er ist etwa 15 km weiter und so machen wir für den Abend im Stadtpark von Trautville ab. Hier erinnert mich die Landschaft an den Jura, wärend es in Kentucky eher das Emmental war. Obwohl das Thermometer gestern auf 90 Grad (32 Celsius) angestiegen ist und es heute noch wärmer ist habe ich mich schon gut an die Hitze gewöhnt. Auf den heutigen 137 km habe ich die 5000 km Grenze überschritten und dabei 42000 Höhenmeter zurückgelegt.
Das und das Wiedersehen mit John feiern wir bei einem guten Essen und einem Mangorita.
Dann aber gehts daran John’s Velo wieder mal zu reparieren. Diesmal nicht eine 8 im Rad sondern die Bremsen und damit ich morgen ohne schlechtes Gewissen meine eigenen Wege fahren kann, repariere ich ihm gleich noch den Gepäckträger. Der hätte sonst auch nicht bis zum Ende der Reise durchgehalten.
Die gute Entscheidung
Es war die perfekte Entscheidung diese Abkürzung zu nehmen. Am frühen Morgen zwar einen 4-Spurigen Highway aber um diese Zeit ohne Verkehr und dann kleine Strassen, sanfte Steigungen und lange Abfahrten. Dazu schönste Landschaften. Es kommt mir schon fast vor wie zu Beginn meiner Reise, lange gerade Strassen und die Sonne scheint mir am Morgen ins Gesicht Schon vor 16 h habe ich über 110 km auf dem Tacho, fühle mich noch gut und halte Ausschau nach einem Platz zum schlafen. Neben der Straße überall dichter Wald, beschildert mit „Private property “ In Hollybrook gibts einen Community Park. Verhaltens Regeln und da steht nichts von nicht Campieren. Aber eine Telefonnummer vom Sheriff. Also versuchen. Die Dame vom Sheriffbüro versteht mich kaum, ich sie auch nicht aber sie ist beeindruckt davon, dass ich aus der Schweiz bin. Da sei ich aber sehr weit von zuhause weg. Und vor allem, sie sagt nicht nein. Also mache ich es mir gemütlich und erwarte, das der Sheriff vorbeikommt.
Virginia
Wir richten uns auf der Terrasse der Pizzeria ein. Es zieht ein Gewitter auf und an uns vorbei. John ist am planen, aber davon habe ich euch ja schon im letzten Blog erzählt.
Um 6 h will John losfahren. Um 6 h setzt dann das Gewitter so richtig ein. Also noch Zeit für einen Tee. Das Gewitter ist schnell vorbei und so verabschieden wir uns. Nach 10 Tagen. Ich ohne Planer er ohne Velomech.
Eine halbe Stunde später, nach einem Telefonat mit Ruedi, meinem Routenberater, fahre ich dann auch los. Schon nach kurzem die ersten Pausen. Einkaufen, Aussichtspunkt, Sonnencreme einstreichen, Foto vom Grenzübergang nach Virginia. Dann sehe ich einen Radfahrer am Straßenrand. Das gelbe Velotricot kommt mir bekannt vor. John ist wieder mal eine Speiche gebrochen. Die 5. seit er mit dem neuen Rad losgefahren ist. Ich freue mich ihn nochmals zu sehen und die Arbeit macht Spaß. Nochmals Abschied und nochmal wahrscheinlich für immer.
Die Aufstiege sind streng. Der Schweiß läuft in Bächen runter. Bin ich wirklich so erschöpft? Ein Blick auf die Uhr zeigt, ich bin auf 950 Meter während es in den Tagen davor auf jeweils 200 Meter gestiegen ist. Viele Velofahrer begegnen mir. Alle mit einem Gruss von John und das Rad hält. Rund um mich herum ziehen Gewitter auf. Ich bringe mich schon mal in Sicherheit in einer Tankstelle. Aber ausser ein paar Tropfen nichts. Noch ein Stück weiter. Ich entschliese mich noch 10 km weiter auf dem TransAmTrail zu fahren und nicht wie ich mich entschlossen habe die Abkürzung zu nehmen weil es da noch ein kirchliches Bikethostel hat und für eine warme Dusche und ein WiFi mache ich den Umweg. Die Dusche ist kalt und ein WiFi hat es nicht. Dafür viele andere Radfahrer aus Holland, Australien und den USA und alle richten mir Grüsse von John aus und das Rad hält. Dafür hat sich der Umweg doch auch gelohnt.
Und wie ihr sicher bemerkt habt, ich habe mich für die Abkürzung entscheiden, das ich in 3 Tagen ohne sehr lange Tage nach Lexington kommen sollte. Und wie ich gesehen habe, hat’s da auch ein Biketrail und der sieht auf den ersten Blick ganz hübsch aus.
Die Entscheidung
Die Entscheidung
John hat in seiner Planung einen Fehler gemacht, was bedeutet, dass er heute bis nach Damascus fahren muss. Das sind 140 km und viele Höhenmeter. In den letzten Tagen habe ich die Fahrt durch die kleinen Strassen, die Wälder und Hügel zum einen sehr genossen, zum Anderen habe ich mich aber auch vielfach müde gefühlt und ein Bedürfnis nach mehr Pausen und kürzeren Tagesetsppen gehabt. Für mich gibt es folgende Lösungen
-Nochmals ein paar Tage mit John mitfahren, aber das dürfte sehr anstrengend werden
– auf derselben Strecke bleiben, einfach etwas langsamer, aber dann wird die Zeit am Schluss etwas Eng und ich möchte am Atlantik und in New York auch noch Zeit haben.
– Den TransAmTrail heute nach 70 km verlassen und einen direkteren Weg nehmen, aber dann verlasse ich auch die ausgeschilderte Strecke, die einsamen kleinen Strassen und treffe voraussichtlich nicht mehr auf andere Velofahrer.
Es ist jetzt bald 5 h morgens. In ca. 7 Stunden muss ich mich entschieden.
Kentucky geht zu Ende
Kentuckysch, ich verstehe kein Wort aber es muss ans englische angelehnt sein, den John versteht ab und zu ein Wort und der spricht nur Englisch .
Vis a bis von unserer Kirche hat’s eine Pizzeria. Also rüber und bestellen. Einfacher gesagt als getan. Die sprechen nur Kentuckysch. Was für eine Salotsause ich wolle? Italienisch und schon geht das suchen los. Hat er nicht. Was habt ihr denn? Qwöä. Nur diese? Ja. Da entscheide ich mich dafür. Beim Zahlen wirds noch komplizierter. Nach 10 Minuten auf dem Bildschirm eintippen gehen wir. Er soll doch inzwischen die Pizza in den Ofen schieben. Als ich nach 20 Minuten die Pizza holen gehe hat er eine Rechnung von Hand geschrieben.
Über 5 Berge geht’s heute und immer noch die wunderbaren Wald und Hügellandschaften. Wir genießen nochmals unser geliebtes Kentucky denn das ist der letzte Tag. 5 km weiter ist die Grenze zu Virginia.
Man hat uns ja so viele Schauergeschichten über Kentucky erzählt. Nichts davon angetroffen. Die Hunde angenehm, die Autofahrer anständig und die Leute noch freundlicher als in den anderen Staaten. Mein Waffenarsenal gegen die bösartigen Hunde, kann ich wieder einpacken.
Verschwitzt, es ist 28 Grad und sehr feucht, kommen wir in Elk Horn City an, wo wir übernachten. Über dem Fluss gibt’s eine Pizzeria, wiedereinmal, und die lassen uns Zelten.
Aus Hügeln werden Berge
Dichter Nebel am Morgen. Doch aus dem Zelt, nach oben geschaut gibt’s Entwarnung. Es ist nur eine dünne Bodennebelschicht. Kaum unterwegs sind wir wieder an der Sonne. Die Aufstiege werden länger. Man merkt schon dass wir den Apalachen nähern. Aber nicht weniger schön wie die letzten Tage und ausser eine Steigung alle gut zu fahren.
In Hindman schlafen wir wieder mal unter einer Kirche. Ich beginne die Kirchen zu lieben.
John
Zum Znacht bestellt John Pizza bei Pizza Hut über die Website. Er kann es kaum glauben dass ich noch nie eine Pizza übers Internet bestellt habe. Und ungern, aber ich muss zugeben sie ist gut.
Ich Reise jetzt schon eine Woche zusammen mit John und habe noch kaum etwas von ihm erzählt. Er kommt aus Colorado nähe von Pueblo wo ich auch durchgefahren bin und ist frühpensionierter Lehrer. Die Strecke nach Westen hat er im letzten Herbst zurückgelegt und ist jetzt zur Atlantikküste unterwegs. Alles möglichst genau auf dem offiziellen TransAmTrail. Jeden Abend plant er die nächsten 5 Tage möglichst genau voraus. Davon profitiere ich denn ich weiss immer wo einkaufen und wo schlafen. Es fällt ihm schwer zu begreifen das ich damit leben kann, nicht genau zu wissen wie ich in New York eine Veloschachtel bekomme und mit welchen Mitteln ich es zum Flughafen schaffen werde. Aber das interessiert mich erst in 2 Wochen.
Die Strecke sind wieder Hügel, Wälder und Flüsse. Ich liebe Kentucky. Eigentlich sieht es aus wie in der Schweiz. Wieso fahre ich denn hier? In meinem Kopf beginne ich mit der Planung meinet nächste Veloreise in oder um die Schweiz.
Schon un 14 h erreichen wir unser Tagesziehl. Die Möglichkeiten für Übernachtungen sind hier sehr beschränkt. Heute wieder mal ein Kirchenasyl aber mit Zelt. Hinter der Kirche, es sind diesmal die Prepyterianer, hat’s eine Wiese mit einem gedeckten Picknickplatz. Dusche und WC sind auch vorhanden und es soll trocken bleiben. Was kann man sich da noch mehr wünschen.
Morgennebel
Ich fahre ins Zentrum von Springfield aber ausser dem Denkmal von Lincoln, er soll hier aufgewachsen sein, gibt’s nicht viel zu sehen. Zurück im Stadtpark zieht ein Gewitter auf. Zum Glück haben wir unsere Zelte noch nicht aufgebaut. Das 2. Gewitter ist dann mitten in der Nacht.
Am Morgen ist es Neblig aber bis wir zusammengepackt haben drückt die Sonne schon durch. Ich fahre vor allem auf den Hügelzügen und bin deshalb immer in der Sonne. Es ist wunderschön auf die Bodennebel zu schauen.
Mit der Velokette stimmt aber etwas nicht. Beim Drehen hängt sie immer wieder durch und spannt sich nach jeweils 2 Umdrehungen wieder. Dann sehe ich das Problem. Ein Kettenglied hat sich gelöst. Ganz sorgfältig fahre ich weiter. Ich möchte reparieren wenn ich auch die Gelegenheit zum Händewaschen habe. Im nächsten Dorf hat’s einen Mechaniker. Dort mache ich mich ans reparieren. Schnell erledigt. Doch etwas stimmt nicht. Wenn ich vorwärts drehe wirkt der Leerlauf. Nochmals auseinander nehmen, zusammensetzen, Händewaschen beim Mechaniker und weiterfahren. Es sieht komisch aus, die Kette ist verdreht. Fahren kann ich aber das gehört auch repariert.
Auf meiner heutigen Fährt komme ich ab von der TransAm Route. Eine Brücke ist gesperrt und so fahre ich auf anderen aber nicht weniger schönen Strecke. In Berea treffe ich wieder auf die TransAm und auf John. Wir sind heute wieder getrennt gefahren.
Unser Motel ist im Internet für 52 $ ausgeschrieben. Doch beim einchecken meint der Hotelboss, nein das stimmt nicht für Biker, die Zahlen 39$. Als mich der Boss reparieren sieht bringt er 2 Biere. Das gibt doch Durst. Auch sonst hilft er den Velofahrern wo er kann. Da hat John eine gute Hotelwahl getroffen.
Und nocheinmal Springfield
Wieder mal werden wir vor den agressiven Hunden und den stinkenden Autofahrern gewarnt. In Ostkentucky seien die. Und die Hügel sollen auch anstrengender werden je näher wir den Apalachen kommen. Wir werden sehen. Pam und Ralph, unsere Gastgeber, haben auf dem Rückweg noch einen Radfahrer aufgegabelt und für mich französisch sprechende Bekannte eingeladen, die, für mich, eine Flasche Ricard mitgebracht haben. Und so sitzen wir alle zusammen vor dem Fernseher und schauen das Finale des Kentucky Derby, ein Pferderennen, das DER gesellschaftliche Anlass in Kentucky ist. Dann wieder erzählen wir von unseren gemachten Reisen und sie von ihren Geplanten.
Mit einem wunderbaren Frühstück im Magen brechen wir erst nach 8 Uhr auf. Aber das macht nichts, denn es ist nur eine kurze Strecke, wie John sagt. Es sind dann doch nur wenig mehr wie 100 km. Die Strecke ist schön und angenehm zu fahren. Unterwegs treffen wir wieder einige Radfahrer die Westwerts unterwegs sind, Linda die etwas deprimiert ist weil die eine Begleiterin krank ist und der Andere zu schnell fährt versuchen wir dazu zu bewegen zu unserem letzten Warmshower zu gehen. Das würde ihrer Moral sicher gut tun. Wir staunen über Bob, der sehr sportlich und durchtrainiert aussieht, eine super Ausrüstung hat, halb so alt ist wie wir und nur ca. 60 km pro Tag macht. Den Besuch einer Destilerie, wo sie den echter Kentucky Burben machen, lassen wir ausfallen, sie ist zu weit ab von unserer Strecke. Ich genieße es hinter John, d’en Hundeflüsterer, her zu fahren. Er plant gut voraus, und beruhigt die Hunde, so dass sie bei mir nur von weitem bellen. Springfield erreichen wir am Nachmittag. Zelten im Stadtpark ist hier angesagt. So steht es in der Beschreibung zum TransAmTrail und so machen wir das auch.
Elisabethstown
In der Nacht beginnt es zu regnen, zum Teil heftig. Am Morgen hörts beinahe auf und diese Gelegenheit packen wir um zusammen zu packen. John’s Hinterrad streift wieder mal. Ich zentriere es provisorisch. Das ist schon das 2. mal seit wir zusammen fahren.
Einfach schön dieses Kentucky, trotz leichtem Regen geniessen wir die Fahrt. Unterwegs treffen wir auf Susan. Von der French Lady haben uns schon einige erzählt. Wir plaudern ein wenig. Sie kommt von England, lebt aber seit 40 Jahren in Frankreich und ist am TransAmTrail Richtung Westen. Die letzten 20km nach Elisabethstown sind mühsam. Etwas ab von der TransAm Strecke fahren wir auf einer doch recht befahrenen Strasse und vor allem regnets jetzt richtig. Bis jetzt ging es gut in kurzer Hose aber jetzt bin ich föllig durchnässt und mit dem Fahrtwind spürt man die 18 Grad doch als Kälte.
Unsere Warmshowergastgeber sind weg für den Nachmittag aber wir haben den Code für die Garage. Ein hübsches Villenviertel. Kein Zweifel wir sind am richtigen Haus. Schon auf dem Autonummernschild hat’s ein Velo, der Türvorleger, die Handtücher, überall Velos drauf. Auf dem Küchentisch ein Zettel, erst die Entschuldigung dafür das wir nicht persönlich begrüßt werden. Im Kühlschrank hat’s ein Pastaauflauf. Wenn wir vor dem Abendessen hunger haben einfach in den Ofen schieben. Salat, Früchte und Knoblauchbrot steht auch bereit. Die Zimmer sind oben und der Hot Pool ist im Garten. Ich schnappte mir ein Bier und lasse mich im heissen Sprudelwasser aufwärmen.
Dörfer in Kentucky
Bedeckt am Morgen und Gewittert ab Mittag sind angesagt. Je länger je mehr werden wir Kentucky – Fans. Lieblich die Landschaft, nett die Läute und die Hügel gemässigt. Und wir kommen mit leichtem Rückenwind gut voran. Man merkt, die Velosaison hat begonnen. 4 Radfahren begegnen uns, Richtung Westen unterwegs und alle staunen, das ich von Westen her schon da bin. Wie ich denn die Sierra und die Rockis überquert habe. Unterwegs kaufen wir in einem Gemischtwarenladen ein. Es sieht aus wie vor 80 Jahren. Motorenöl, Seife und Früchte, alles gibt’s und auf Wunsch kocht die Dame auch zu Essen.
In Fordsville ist Flohmarkt angesagt. Der ist aber nicht an einem Platz, sonden jeder hat vor seinem Haus einen Tisch aufgestellt und die Leute fahren mit ihren Autos oder auch Rasenmäher mit Anhänger von einem Haus zum Anderen. Kurz vor dem Campingplatz frage ich an einer Tankstelle nach meinem Feierabendbier. Nein, das sei die trockene Seite, Alkohol gibt’s auf der anderen Seite des Flusses. Der Campingplatz ist auf der anderen Seite.
Kentucky
Soeben habe ich alles gelöscht was ich gestern geschrieben habe. Also nochmals neu.
Unseren schönen Campingplatz am See verlasse ich nicht gerne. Aber, ich weiss nicht welcher Vogel mich gestern gepickt hat, ich hab vorgestern vorgeschlagen wir können doch morgen bis Cave in Rock fahren und das sind 100 Meilen. Und so sind wir für, vor 6 Uhr, unterwegs. Hügel, Wälder und dazwischen mal ein See. Sehr schön aber auch sehr anstrengend. Und immer wenn man denkt jetzt gehts nur noch runter bis zum nächsten Dorf, kommt noch ein Hügel. Als ich in Elisabethstown wo ich eine kurze Pause mache, begrüßt mich der Priester und seine Frau, segnet mich und mein Pony. Schon eingestiegen in seinen Pickup kommt er noch mal zurück, drückt mir seine Visitenkarte in die Hand, Falls ich ein Problem habe, könne ich jederzeit anrufen „we take care of the people“ das ist so wie wir das machen hier.
Nach 169 km und 1856 Höhenmeter komme ich in Cave in Rock an und der Campingplatz ist nochmals auf einem Hügel. John ist schon eine Weile da. Diese über 100 Meilen wollen mit einem guten Essen feiern. Das eine Restaurant ist im Umbau, das 2. geschlossen und das 3. schliesst um 18h. Laden – nichts, Bar – nichts. Zurück auf dem Campingplatz gibt’s Mandeln und Trockenfrüchte. Bill ein Biker, der in die andere Richtung unterwegs ist bringt eine Flasche Whisky hervor und so kommen wir doch noch zum anstoßen.
Im Zelt fällt das einschlafen schwer. Es ist so warm dass der Schweiss runtelläuft. Ich wünsche mir Nathalies Zelt, das man ohne Übetzelt aufstellen kann und so gut durchlüftet ist. Gab es doch vor kurzem Nächte wo ich wegen der Kälte ins Zelt geflüchtet bin, jetzt wegen dem Mücken.
Am Morgen ist es bedeckt. Wir packen unsere Zelte zusammen und fahren zum Fährenplatz. Den Ohaio River überqueren wir mit der Fähre und kommen auf der anderen Seite in Kentucky an. Kaum losgefahren beginnt es zu regnen. Da bin ich froh haben wir die lange Strecke gestern gemacht. Aber ausser dem Regen gefällt uns Kentucky sehr. Fast autofreie Strassen, hügelig aber nicht mehr so steil und zwischendurch auch mal ein flaches Stück. Und die vorausgesagten böse Hunde und gemeinen Pickupfahrer? Nichts, die Leute alle überaus freundlich und die Hunde bleiben wo sie hingehören.
In Sebree finden wir wieder einmal ein Kirchenasyl und zwar ein luxuriöses. Nur die Einkaufsmöglichkeiten sind eingeschränkt und wir sind in einem „Dry County“ , das heisst kein Feierabendbier.
Mississippi
Mit Wald und Hügel gehts weiter. Eine schöne Strecke, nicht so fotogen da man nie eine Übersicht hat. Jetzt am Montag wo die Sonntagsausflügler und Motorradfahrer wegfallen hat’s wenig Verkehr. Ich hab ja immer die amerikanischen Autofahrer gelobt. Aber seid ich in Missouri bin, bin ich nicht mehr so glücklich mit ihnen. Einer hat mich sogar mit dem Rückspiegel touchiert. Und manchmal macht sich ein Truckfahrer den Spass beim überholen genau neben mir sein Horn zu betätigen. Ich hoffe es bleibt bei diesen Ausnahmen.
Obwohl, man hört da so einiges von Kentucky. Ein besonderer Spass soll es sein beim bergabfahren mit den grossvolumigen PickUps, im Leerlauf neben die Velofahrer zu fahren und dann Vollgas zu geben um den Velofahrer einzunebeln. Der Fachbegriff dazu heisst „Rolling coal“. Auch könne man nicht durch Kentucky fahren ohne Pfefferspray, wegen den Hunden, die zum Teil speziell auf die Radfahrer abgerichtet würden. Aber ich habe schon mehrmals erlebt, dass wenn man immer wieder solche Schauergeschichten hört, am Schluss nichts dran ist.
In Farmington hat’s wieder mal ein Bikers Hostel. Ein altes Gebäude, ehemaliges Gefängnis, das sehr schön zu einem Hostel ungenutzt wurde . John ist schon dort. Er macht den TransAmTrail von Colorado wo er wohnt nach Osten. Das habe ich in meiner Planung zu einem großen Teil auch vor und so beschissen wie morgen nach Myrphisbarro zu fahren und dort auf dem Campingplatz zu übernachten. Er fährt früher los als ich.
Nochmals schlägt Missouri mit seinen Hügeln zu. Zuoberst nach einem Aufstieg treffe ich auf 2 Radfahrer. Vater und Sohn aus England. Sie wollen den ganzen TransAmTrail bis nach Oregon machen. Das Velo haben sie für diese Tour gekauft und sind vorher nie Rad gefahren. Mutig! John sei nur grad 10 Minuten vor mir. Dann nach dem 1000entsten Aufstieg sehe ich die Ebene, durch die der Mississippi fließt. Runter und dann Flach. Über die Cheszerbrücke überquere ich den Fluss von dem jeder europäische Junge mal geträumt hat. Ich mache mein Picknick am Flussufer. Jetzt habe ich beide US-Flüsse überquert, die man in Europa kennt. Mit dem Überqueren des Mississippi verlasse ich auch Missouri und bin nun für ein paar Tage in Illinois. Ich hoff der TransAmTrail ist hier auch so gut gekennzeichnet. Mit der 76, die Jahreszahl der Eröffnung dieses Trails zur 200 jahr Feier der USA.
Aber es bleiben mir noch einige km zu fahren. Erst bei 135 km komme ich zu unserem Campingplatz in einem Statepark schön gelegen an einem See. John erwartet mich schon. Ich nehme noch ein kühles Bad im See. Ein Bad, ja es ist schon richtig warm geworden.
Richtung Osten
Um 5 Uhr sind die Hamburger und Würste gegrillt und die Gäste treffen ein. Nachbarn, Freunde und Familie. Ich werde vorgestellt und alle bewundern meine Leistung, den Mut und die Ausdauer. Man isst hier früh. Das ist mir, als früh aufregender Radfahrer sehr angenehm. Das ist mir auf der ganzen Reise schon aufgefallen. Mit dem was die Gäste noch mitgebracht haben, ist ein riesiges Buffet da. Salate, Sausen und Dessert. Die meisten nehmen alles auf den selben Teller. Die Chillisause zwischen Fruchtsalat und Cake. Nur die Kinder, die trennen. Ich zähle mich zu den Kindern und geniesse das Essen. Danach wird gespielt. Ich gehe zu den Hufeisenwerfern. Es geht darum ein Hufeisen möglichst genau um einen 40 feet entfernten Stab zu werfen. Ich bin nicht der Held des Abends. Die meisten Gäste gehen bevor die Sonne untergeht und ich werde auch langsam müde. Als ich dann in meinem Kellerzimmer im Bett liege, realisiere ich dass es erst kurz nach 9 ist Egal, ich schlafe.
Nochmals auf der Route 66. Sonntag Morgen. Da ist der Verkehr bescheiden und ich geniesse es. Ich erkenne Orte wieder, an denen ich vor 3 Jahren vorbeigekommen bin. Da habe ich gemerkt das ich meine Brille vergessen habe und habe Autostopp zurück zum Hotel gemacht um sie zu holen und da war der Ort wo ich den Bulgaren nochmals getroffen habe. In Rolla treffe ich auf einen Tesla Supercharcher. Ich versuche mein Velo anzuschließen, merke aber nichts von einer Leistungssteigerung. Bei km 55 zweige ich endgültig ab von der 66, mit etwas Wehmut aber doch zufrieden mit meiner Entscheidung, und bin froh die Route 66 doch noch mal positiv erlebt zu haben. Eine schöne Landstraße durch ein Waldgebiet und entsprechend hat es viele Motorradfahrer auf ihrem Sonntagsausflug. Früh finde ich im Mark Twain National Forrest, abseits der Strasse einen Platz für mein Zelt. Ich habe richtig luxuriös eingekauft und geniesse mein Znacht mit frischen Erd-und Heidelbeeren mit Joghurt sowie den üblichen Nüssen und meinem Bier.
Route 66
Die Geburtstagsparty war ein Konzert und der Schlagzeuger hatte Geburtstag. Rock und Blues spielten sie. Hat mir sehr gefallen. Mein Gastgeber hat für die Band aus einer Axt vom Baumarkt eine Bassgitarre (siehe Bild) gemacht. Tönte phänomenal. Sonst macht er Kunsthandwerk aus Metall. Zum Beispiel auch die Moose die im Haus und auf dem Gelände überall herumstehen. Die grosse Überraschung dann am Morgen. Rührei mit Morcheln aus dem Wald ums Haus. Mit diesem sensationellen Zmorge mache ich mich auf den Weg. Auf und Ab ohne Ende. Nach weiteren 35 km treffe ich auf die Route 66. Darauf habe ich mich schon lange gefreut. Aber welche Enttäuschung. Die Servicestrassen die parallel zur Interstate 40 verlaufen sind jetzt auch voller Verkehr. Dazu alle 5 Meter eine Querrille. So macht das fahren kein Vergnügen. Das kleine Stück das ich wegen einer defekten Brücke auf die Interstate muss ist auch sehr unangenehm. Die Autofahrer hupen nervös und dort wo der Pannenstreifen ganz schmal wird überholt mich ein Lastwagen ganz knapp, obwohl ich extra gewartet habe bis die Überholspur frei ist. Schon Tags zuvor hat mich ein Pickup Fahrer beim vorbeifahren gestreift, trotz leerer Strasse und genügend Platz. Ob er geschlafen hat oder mit dem Handy gespielt?? Aber ich muss auch sagen, nach 8500 km auf US-Strassen das erste Mal. Hoffen wir es bleibt bei der Ausnahme. Nach 129 km komme ich zu meinem Gastgeber und werde wieder überfreundlich empfangen und auch gleich für das Gartenfest von morgen eingeladen. Nach meiner Route 66 Erfahrung von heute muss ich meine Routenplanung sowieso überdenken und so nehme ich dankbar an. Kartenstudium ist angesagt. Ich entscheide mich nur noch 30 km auf der Route 66 weiterzufahren und dann Diese kurz nach Rolla zu verlassen um meinen Weg Richtung Osten einzuschlagen. Durch Kentucky, Nähe der Grenze von Tennessee nach Virginia und dort bei Lexinton die Appelachen überqueren. Bis dahin bin ich meistens auf dem TransAmetikaTrail und davon habe ich GPS Daten und alle Campingplätze und Einkaufsmöglichkeiten.Da wieder Nordöstlich und den Atlantik südlich von New York bei Keansburg zu erreichen. Von da gibt es eine Fähre direkt nach Manhattan. So erspare ich mir 2 Tage Stadtverkehr. Jetzt noch alles ins Navigationsprogramm übertragen. Nicht ganz einfach denn den Amerikanern fallen anscheinend nicht genügend Ortsnamen ein. Selbst in denselben Staaten gibt’s Dörfer mit denselben Namen. Dann die Schlussrechnung. 2227 km und 19090 Höhenmeter gibt mein Navy an. Geteilt durch 25 Tage,damitt ich am 24.5. In NY bin, ergibt 89 km pro Tag. Da sollten noch ein paar Badetage an der Atlantikküste drinnliegen. Mit meinem Gastgeber gehe ich noch Eis kaufen und einen grossen Tisch holen für den Abend und so warte ich wieder mal gespannt auf die Party von heute Abend.
Hügelig
Was ich vergessen habe zu erwähnen, seit gestern bin ich in
Missouri. Gleich neben meinem Wohnwagen verlief die Staatsgrenze. Und was speziell ist in Missouri, ich mag mich da noch von der Route 66 vor 3 Jahren erinnern, es ist Hügelig. Und gleich richtig hügelig. Nie lange aufwärts aber so dass ich vielfach die letzten Höhenmeter absteige und schiebe. Was ich auch bemerkt habe, die Rinder waren in Kansas und vorher immer auf Erde und asen von den bevorstehenden Heuballen. Hier sind sie auf grünen Wiesen und grasen.
Ein Haus mitten im Wald. Das ist meine Behausung für heute. Sehr luxuriös eingerichtet und natürlich hört man ausser Vogelgezwitscher und dem Wind nichts. Ich bin gespannt auf die Geburtstagsparty.
Für morgen bin ich etwas im Zweifel. In der Nähe von Rolla hätte ich einen Warmshower, aber der ist 145 km entfernt. Für 2 Tage etwas wenig für einen Tag etwas weit. Das Wetter soll schön sein. Ich tendiere dazu es in einem Tag zu versuchen.
Regentag
Es tönt schön wie es auf mein Wohnwagendach tropft. Der Regen war vorausgesagt. Eine kurze Etappe hab ich mir vorgenommen. In 140 km habe ich die nächste Warmshower und so mache ich 2 Tage daraus. Dazwischen hat es ein Warmshower der mir nicht antwortet und ein Stadtpark wo man Zelten darf. Aber bei diesem Nieselregen kann man ja gut Velofahren und auch gut Zelten aber beides zusammen Vermeide ich wenn ich kann. Aber vielleicht kommt ja noch eine Antwort. Um halb 9 hörts beinahe auf mit dem Regen. Also mein Pony gesattelt und ab gen Osten zu. Der erste Ort kommt nach 50 km gerade aus. Eine gute Bibliothek mit netter Bibliothekarin hat’s für ’s WiFi und ein sympatisches Diner für’s leibliche wohl. In der Bibliothek finde ich heraus dass es in Greenfield ein Motel hat. Das ist nur 30 km weiter. Das liegt drin. Halb getrocknet schwinge ich mich auf mein Pony und radle weiter. Tatsächlich gibt’s das Motel. Das einfachste und mit 35$ auch das billigste auf meiner Reise aber ausser dem WiFi hat’s alles was ich brauche und so Einfach es ist, so sauber ist es. Ausser beim langhaar Spannteppich, da stelle ich mir lieber nicht vor was da alles drin ist. Zum Glück habe ich meine Hausschuhe noch von der Fluggesellschaft. Diese haben bei manchen Gastgebern schon gewaltig Eindruck hinterlassen. Die Gastgeber haben sich auch sehr gewandelt. Waren es in Kalifornien meist ältere Akademikerehepaare die Wert auf Niveau und kultiviertes Essen legten sind es jetzt eher Personen aus der unteren Mittelschicht, wos eher typisch amerikanisch zu und her geht. Das heisst eine Fertigmalzeit vor dem Fernseher.
Bilder habe ich heute noch keine gemacht dumm gibt’s auch keine, ausser es ergibt sich noch was auf dem Weg zum Subway. Da gehe ich jetzt hin, denn dort soll es ein WiFi geben.
Morgen bin ich zu einer Geburtstagsparty Eingeladen. Um 6. 30 muss ich bereit sein. Geputzt und gestriegelt. Da macht sich die neue Hose bezahlt die ich in Hutchinson gekauft habe. Dort bin ich übrigens beinahe auf der Route 66 nördlich von Springfield Missouri, der ich dann ein Stück entlang fahren werde, mindestens bis St. Louis.
Halbzeit
Das war noch ein langer, anstrengender Abend. Pastor Joe heisst so weil er daran ist die Kirche die neben seinem Haus steht zu renovieren. Und das dauert lange, denn mit seinen 76 Jahren geht das nicht mehr so schnell wenn man alleine ist. Dann erzählt er mir von allen Leuten die er schon gehostet hat. Bis zu 20 gleichzeitig. Als er dann mit den Krankheiten beginnt und zu den Kriegserlebnissen kommt bekomme ich nicht mehr alles richtig mit. Aber schlafen tue ich gut und am Morgen gehe ich gestärkt mit einem Frühstück und Gottes Segen auf die Reise.
Nach 8 km zeigt mein Tacho 3000 km an. Ich weiss nicht genau wo die Hälfte meiner Reise ist. Man sagt in Newton, aber ich mache ja nicht genau den TransAmericaTrail. Ich habe mit 6000 km gerechnet, aber das ist nur eine Schätzung und dann kommen noch die Autokilometer dazu. Sagen wir es sei hier und feiern die Hälfte. Die Hälfte der Zeit ist jedenfalls auch rum und auch die Hälfte vom Geld habe ich verbraucht. Zum einen kommt es mir vor als wäre ich eben erst gestartet, wenn ich dann aber zurückdenke an alle Begegnung die ich schon hatte und all die Abenteuer dann muss ich sicher schon ein Jahr unterwegs sein. Eins trinken auf die Hälfte tue ich erst gegen Abend in einem Park mit einer Büchse PineRita versteht unter der Jacke. Die Strecke hierher ist angenehm zum fahren, hübsch aber nicht spektakulär. Mein Gastgeber für heute kommt erst um 18h nach hause und so warte ich im Park bis es Zeit ist.
Vorher war ich noch in einer Kaffeerösterei, der einzige offene Ort mit WiFi und habe meine nächsten Übernachten organisiert. In 2 Tagen werde ich voraussichtlich nördlich von Springfeld auf die Route 66 treffen und dann ein Stück dieser entlang fahren bis mindestens St. Louis. Die Stadt hat mir vor 3 Jahren besonders gut gefallen.







































































































