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New York

Eigentlich gehört zu einer Ankunft am Meer ein Bad aber das Wasser ist zu kalt. Nur die Surver in ihrem Anzügen trauen sich rein. So wird mit einem Drink und einem Glace gefeiert.
Bei Isabelle,  meiner Gastgeberin  werde ich im Untergeschoss, in einer kleinen Wohnung einquartiert. Sie ist Portugisin, lebte in Frankreich und ist jetzt schon lange hier Lehrerin. Als sie erfährt das ich am Dienstag zum Flughafen muss startet sie gleich eine Facebook Aktion um mir einen Fahrer zu finden. Wir essen in einem portugiesischen Restaurant wo ich ihr alles über meine Reise erzählen muss. Sie will etwas ähnliches nächstes Jahr machen.
In meiner kleinen Wohnung breite ich alle meine Sachen aus. Ich muss mich für morgen neu organisieren.
Isabella bringt mich noch zur Fähre, die in der Nähe ihrer Schule ist.
Die Fähre bringt mich direkt nach Manhattan. Das ist eine Umstellung, von den einsamen Landschaften, den kleinen Städten und verlassenen Dörfern ins übevolle lärmige New York ohne Plan gehe ich Kreuz und Quer durch die Strassen Richtung Südspitze. Auf dem Weg dorthin treffe ich auf REI (also doch nicht ganz ohne Plan). Dem Outdoorausrüster der USA. Ich habe ihn schon in den 70er Jahren kennengelernt, als es in Europa noch nichts in der Art gab. Ein Multitool mit einem guten Ketzennietendrücker, damit ich auf der nächsten Reise nicht mehr von John abhängig bin und einen Campingholzkocher mit Grill, Lampe und USB-Ladeanschluss erwerbe ich hier. Mit dem Kocher werden wir uns in Norwegen noch viele Mahlzeiten zubereiten. Als ich nach einer Kartonschachtel für ’s Velo frage bin ich schon etwas erstaunt als sie mir eine für 50 $ verkaufen wollen. Eigentlich gab’s die bis jetzt überall kostenlos. Das sei halt New York, höre ich von Anderen, da gibt’s nichts gratis.
Ich mache mich weiter Richtung Südspitze. Schon vorher hat’s leicht geregnet aber jetzt richtig. So bleibt mir auch der Kauf eines Regenschirmes nicht erspart. Der Gedenkplatz für die 2 WTC-Türme ist beeindruckend gestaltet. 2 riesige Brunnen in denen das Wasser in die Tiefe stürzt. Als ich das letzte mal hier war, waren die beiden Türme erst gerade fertig geworden.
Die Rückreise mit der Fähre ist nicht so schön wie ich mir das vorgestellt habe. Anstelle eines Lichtermeeres sehe ich Nebel. Einen Bus zurück nach Long Branch gibt es nicht, eventuell doch ab der 36. der fährt aber nicht am Abend und die Haltestelle ist an der 45. Antworten auf meine Frage nach dem Bus gibt es viele und vor allem Unterschiedliche. Also versuche ich es mal mit Autostopp und ich werde auch mitgenommen. Er hätte mich mitgenommen weil Autostopp hier verboten sei und die Polizei patruliere häufig.
Er bringt mich zu einer Bushaltestelle. Aber da ist weder eine Tafel mit Abfahrtszeiten noch sonst ein Hinweis auf einen Bus. Also weiter Autostopp. Es geht nicht lange da hält wieder ein Auto. Kurz bevor er bei mir ist leuchtet das Blaulicht auf. Als der Polizist aussteigt habe ich mich schon auf unwissendenund verlorenen Touristen eingestellt. Ausweiskontrolle. Kein Problem bis Long Brunch könne er mich schon mitnehmen. Und so bringt mich die Polizei im vergittetten Teil des Wagens nach hause. Zum Aussteigen muss der Officer aussteigen und mir die Türe öffnen, denn von innen gehts nicht.
Ich schlafe aus. Stehe erst nach 6 Uhr auf. Habe mich zu lange daran gewöhnt früh aufzustehen. Dabei habe ich nichts vor ausser ein paar Informationen einholen und kleine Einkäufe tätigen. Und vor allem Ordnung in meine Sachen bringen. Das Wetter ist wieder perfekt und so soll es auch bleiben, die nächsten Tage. An der Strandpromenade wird der Hund im ferngesteuerten Auto spazieren geführt. Im Veloladen hat man einen Karton für mein Velo. Für einen „Coast to Coast“ Fahrer selbstverständlich kostenlos. Eine Antwort von einer Warmshower Gastgeberin bekomme ich. Für die letzte Nacht habe ich eine Unterkunft in New York. Das ist eine Möglichkeit, dass ich am frühen Montag Morgen nach New York fahre, den Tag dort verbringe. Und dann am Dienstag nur noch zum Flughafen fahren muss. Mal schauen ob Isabella in der Zwischenzeit noch eine andere Idee hat.

Atlantik

Das Essen ist einfach, Mandeln Trockenfrüchte, Energierigel und als besonderen Luxus ein Jogurt. Auch einen Feierabenddrink, einen Mangorita habe ich mir schon gekauft. Ein Radfahrer hält und wir plaudern ein wenig. Er erzählt mir von Tourenfahrer die von „Coast to Coast“ fahren. Er kann’s kaum glauben als ich ihm erzähle das genau das ich gemacht habe. Glücklich dass er jetzt auch so einen Verrückten kennt fährt er weiter. Ich warte noch eine Weile und stelle mein Zelt kurz vor Einbruch der Dunkelheit auf.
Schon um 9 Uhr schlafe ich, wache aber auch schon um 2 Uhr auf. Nichts mehr mit schlafen. Ich bin aufgeregt. In ein paar Stunden bin ich am Atlantik. Das Wetter soll schön sein und so werde ich die Badehose zuoberst einpacken. Meine Gastgeberin kommt erst um 18 Uhr nach hause und so werde ich genügend Zeit haben, meine Ankunft am Strand zu feiern.
Mein Aufenthalt in New York ist noch nicht geregelt. Vielen Warmshowern habe ich geschrieben. Die meisten haben gar nicht geantwortet und anderen gehts nicht. Dabei wäre es gerade in einer Großstadt interessant jemanden zu haben, der sich auskennt. Mal schauen, vielleicht ergibt sich ja noch was.
Der Verkehr ist heftig heute Morgen. Aber ich habe wieder mal Glück. Eine Brücke ist gesperrt und so wird der ganze Verkehr umgeleitet. Mich lassen sie durch.
Wieder mal ein Fluss der die Staatsgrenze ausmacht. Jetzt als 13er Staat New Jersey. So unschön es auch b mag, was mir am meisten bleibt von meiner Fahrt durch New Jersey sind die miserablen Strassen. Schlaglöcher bis zu 20 cm tief und da kommt das übertreiben dann noch dazu. Und die meisten da wo man als Radfahrer fährt. Da fahre ich halt mitten auf der Strasse, aber das passt den Autofahrern nicht. Dafür ist das Wetter perfekt. Sonne und warm aber nicht heiss. Doch für mich gehts nur darum anzukommen, am Atlantik und das komme ich, kurz vor 15 Uhr nach 5865 km und 59607 Höhenmeter bin ich am Atlantik angekommen.

Einfaches Leben

Zum Essen gehen wir in eine Bar. Ob Angestellte oder Kunden Calixte kennt alle. Bier und Stakes sind perfekt.
Morgens fahre ich wieder mal in die Sonne wie schon so häufig auf dieser Reise. Nach wenige km geht’s auf keine Nebenstraßen. Ich bin wieder auf einer offiziellen Veloroute. Der Philadelphia S. Aber auch hier hat es viel Verkehr. Ich bin in einem Gebiet wo viele Amische leben und die sind alle mit ihren Velos und Kutschen unterwegs. Ihre Höfe sind alle extrem ordentlich unterscheiden kann man sie von weitem. Es sind die ohne Silos und PickUps. Ich siniere etwas über deren Leben in der Vergangenheit nach, in der heutigen Welt. Das Glück des Einfachen, des Wenigen und des klaren Weges. Themen die mich auf dieser Reise immer wieder beschäftigt haben. Wenn man das für sich so entscheidet ist das eine Sache aber haben deren Kinder die nichts anderes kennen die Möglichkeit sich frei zu entscheiden?
Eine verrückte Bande Motorradfahrer holet mich in die Wirklichkeit zurück. Sie machen allerlei Kunststücke auf ihren Maschinen. Freihändig fahren, auf dem Bauch liegend die Beine hinten rausstreckemd und was sonst noch alles kleinen Buben in den Sinn kommt. Selbstverständlich alle ohne Helm. Wo es nichts zu schützen gibt muss man auch nichts schützen.
In einem kleinen Diner genehmige ich mir noch mal ein richtiges amerikanisches Frühstück. Eier Rösti und Schinken und damit niemand auf die Idee kommt ich sei im Emmental, Toastbrot dazu.
Seit ich den TransAmTrail verlassen habe treffe ich den ersten Tourenfahrer. Er ist von Chicago unterwegs nach Philadelphia. Andere Radfahrer hats viele. Hobbigümmeler, Sonntagsausflügler und Biker. Das Wetter ist wechselhaft. 2 mal warte ich einen Regenschauer unter einem Vordach ab.
Die Idee ein letztes mal wild zu Campen habe ich aufgegeben. Zu bewohnt die Gegend und zu unsicher das Wetter. Zum Übernachten habe ich mir Doylestown ausgesucht. Nördlich von Philadelphia. Eine letzte Nacht in einem Motel, bevor ich die letzten, das Wort häuft sich, 120 km zum Atlantik zurücklege. Kurz vorher noch einen letzten (Inshalla) Platten. Gleich neben einem überdachten Picknickttisch. Ich ersetze den Schlauch und will schon weiterfahren, da sehe ich mir den Wald hinter dem Picknickplatz noch etwas genauer an. Eigentlich Ideal zum Zelten und ich habe auch schon 130 km gemacht. Es ist schnell entscheiden. Das wird mein Schlafplatz sein.

Regen und Jacke

Das Navi führt mich Ausserhalb der Stadt in ein Villenviertel. Vor der Grössten lässt es mich anhalten. 6 Garageneinfahrten. Ich trau mich fast nicht zur Haustür, werde aber mindestens so freundlich empfangen wie an anderen Orten. Als der Hausherr hört dass ich in La Chaux-de-Fonds wohne führt er mich gleich in den Keller. Dort hat er eine riesige Werkstatt mit kleinen und mittleren Maschinen zur Herstellung von Uhren. Er macht und repariert Uhren. Kann alle Zahnräder selber herstellen.
Die Töchter Kristy und Bobbiesind die Radfahrerinnen. Eine beeindruckende Sammlung an Velos, Fatbikes, Mountenbikes, Touren – und Rennräder. Aber heute Abend ist Musik angesagt. Sie spielen in einem Bläserorchester mit 38 anderen Musikern. Kristy bläst das Baritonsax, Bobbie die Trompete. Und heute Abend ist das grosse Konzert. Mit dem neuen Tesla von Kristy fahren wir zum Nachbarsort.
Das Konzert mit alles russischen Komponenten gefällt mir sehr.
Um 6 Uhr gibt’s Frühstück beeilen muss ich mich nicht denn im Moment regnets heftig. Wir sprechen von der Ausrüstung und darüber, dass ich in Wintchester mir zwar diverse Goretexjacken angeschaut aber keine gekauft habe. Da bringt mir Bobbie eine neue Jacke. Die brauche sie nicht mehr. Sie sei bei dem Marins und das sei ihre alte, ungebrauchte Jacke. Für Marins sei die unbrauchbar weil wenn jemand damit ins Wasser fällt man ihn nicht mehr sehe. Es hätte jetzt neue gegeben in anderen Farben. Bei dem heutigen Wetter und den 140 km die ich heute noch vor mir habe nehme ich die Jacke gerne an.
Und so fahre ich frisch bekleidet los. Es regnet immer noch aber nicht mehr so heftig. Durch die beiden Regentage sind die Temperaturen gefallen. Beim längeren Aufstieg, gleich zu Beginn stört das nicht aber als es dann runter geht bin ich froh dass Bein Oberkörper trocken bleibt und ich ziehe mir, nach langem wieder die Mütze und Handschuhe an. Nach den ersten 50 km die durch Wälder und Felder führen wird die Strecke weniger schön, ausser die Städte, die alle viel interessanter sind. Aber das ist mir egal, ich will vorwärts kommen. Noch 2 fahrtage und dann bin ich am Atlantik. Inshalla. Irgendwann überquere ich wieder mal eine Staatsgrenze. Pennsylvania ist jetzt dran. Aber dann wird es doch noch mal interessant. Eine über 1 km lange Steinbrücke führt mich über den Susquehanna River, der in ca. 20 km in den Atlantik mündet.
Über die neue Jacke bin ich wirklich glücklich auch wenn es nicht meine Farben sind aber ich komme trocken und nicht erfroren an.
In Lanchester treffe ich mich mit Calixte. Er ist nicht bei Warmshouers aber eine Freundin, die heute nicht da ist hat mir ihn vermittelt. Ein junger Haitianer, zeigt mir seine Wohnung. Er müsse noch arbeiten gehen aber würde mich gerne nachher zum Essen ausführen. Und so bin ich wieder mal gespannt was der Abend bringt.

3 Staaten

 

Das Essen mit Rebecca war sehr gut und wir haben interessante Gespräche geführt über Energirarbeit, die Unterschiede zwischen den Amerikaner und den Europäern, die Kunst und alles worüber man sonst noch so reden kann.
Am Morgen soll’s laut App noch regnen bis 9 Uhr drum stehe ich erst nach 6 Uhr auf. Doch der Himmel ist zwar bewölkt aber es ist trocken. So packe ich schnell zusammen und fahre los.
Nicht nur die Landschaft sieht hier schweizerisch aus auch die Häuser, Innenstädte machen einen fast europäischen Eindruck. Häuser aus Stein, im Stadtzentrum Restaurants und Bars und wie gesagt in Wintchester sogar eine Fussgängerzohne. Leider auch die Autofahrer. Einige Hupen verärgerter wenn sie nicht vorbeikommen oder überholen sehr nah. Da bin ich froh um meine Naviapp (komoot.de) die mir meistens sehr gute und vetkehrsarme Routen vorschlägt.
Nur kurze Zeit zwischendurch bin ich auf grösseren Strassen. Eine kurze Strecke führt mich mein Navi durch West Virginia und dann geht es nach Maryland. Das ist nun schon der 11. Staat und 3 kommen noch dazu. Nach einem Aufstieg hält ein junger Fahrer an und will mich von einem Stück Leuchtstteifen úberzeugen, damit man mich besser sieht. Ich nehme es dankbar an und klebe es ans Schutzblech. So gebraucht wie es ist wird es wohl nicht lange halten. Bis jetzt, km 60 hat es nur so leicht geregnet dass ich nicht wirklich nass werde. Das muss wohl in letzter Zeit anders gewesen sein, denn an vielen Orten ist die Strasse überschwemmt. Als der Regen richtig einsetzt suche ich Schutz unter einem Vordach. Ich komme nicht ganz draus ob es sich um ein Museum oder Privathaus handelt. Bis zu meinem Warmshower  sind es nur noch 20 km da bleibt mir genügend Zeit. Ich muss zwischen 16 und 17 Uhr dort sein, denn am Abend geht’s zu einem Konzert und da muss vorher geduscht werden.
Der Regen hat aufgehört und so fahre ich weiter zu meinem Konzert von heute Abend.

Wintchester

Deb und Steve verwöhnen mich wo sie nur können. Sie bieten mir auch an wenn das Wetter schlecht bleibt mich mit dem Auto weiterzuführen oder mich bei ihrer Schwester in Washington unterzubringen. Zum Essen versorgen sie mich mit Protein, d.h. Riesensakes.
Mit durchschlafen ist allerdings nichts. Schuld daran ist eine Blume. Sie blüht nur alle paar Jahre einmal. Und das auch nur ein paar Stunden in der Nacht und dieser Nacht soll es wieder so weit sein. Um 2 Uhr morgens wache ich auf und schaue nach. Tatsächlich die Blüte ist offen.
Auch am Morgen gibt’s eine gut Nähende Mahlzeit. Burrittos gefüllt mit Gemüse, Eiern und den Resten der Stakes von gestern.
Mit den Weiterfahren muss ich mich nicht beeilen. Es regnet noch, soll aber besser werden und ich hab ja nur 65 km vor mir. Dann kurz vor 8 hörts auf. Ich mache mich bereit und schiebe mein Velo zur Strasse. Nach 20 Meter regnets wieder so richtig. Also nochmals umdrehen und warten. Nochmals eine Stunde später versuche ich es noch mal. Die halbe Strecke schaffe ich mit nur wenig Regen und den nächsten richtigen Schauer warte ich in einem McDonalds ab. Auf der 2. Hälfte erwischt es mich dann doch noch richtig aber bis ich in Wintchester bin ich wieder trocken. Das Problem bei der Witterung ist, zieht man den Regenschutz nicht an wird man von aussen nass andernfalls von innen. Als ich in Wintchester ankomme treffe ich plötzlich auf einen alten Bekannten. Den Highway 50. Ich habe nicht mehr daran gedacht, dass ich den nochmals kreuzen werde.

Bei Rebecca übernachte ich hier. Sie ist energetische Therapeutin also wie ich. So haben wir einander viel zu erzählen. Wärend sie noch ein paar Kunden hat sehe ich mir die Stadt an. Es gefällt mir dieses Wintchester. Eine rechte Fussgängerzohne mir Restaurants, Bars und Läden aller Art. Mich zieht es sofort zum Outdoorausrüster. Das gute ist ich kann nur anschauen. Kaufen ist nicht drin. Müsste ja alles aufs Velo. Dies muss bis New York warten. Um 7pm habe ich mit Rebecca beim Thailänder abgemacht. Die Zeit bis dahin vertreibe ich mir mit schreiben in einer Bar.

Woodstock

Ich Dusche, richte mich ein, setze mich auf die Stufen vor dem Haus und lese und schreibe. Ein Gewitter zieht auf und diesmal erlebe ich den Regen auch aber geschützt. Um 19 fährt ein Auto vor. Der Vater meiner gestrigen Gastgeberin lät mich zum Essen ein. An einem riesigen Buffet werde ich für die eher einfacheren Mahlzeiten der letzten Tage entschädigt.
Der Morgen ist bedeckt aber es regnet nicht. Kaum bin ich unterwegs beginnt es. Nur ganz leicht, ich werde nicht mal richtig nass. In Winchester haben mir alle Warmshouers abgesagt. Eigentlich habe ich vorgehabt dort einen Ruhetag einzulegen aber daraus wird wohl auch nichts. Auf meinem Smartphone entdecke ich Woodstock auf dem Weg zum Tagesziehl. Und da gibt’s noch ein Warmshower. Anrufen und abgemacht und ich bin in Woodstock. Aber es ist nicht das Woodstock sondern das in Virginia.
Deb und Steve heissen meine Gastgeber. Beide in meinem Alter. Ihre Söhne haben die USA umrundet und viel von Warmshower profitiert und so geben sie so etwas zurück.
Für mich heißt das etwas umplanen. Für 3 Tage soll’s noch regnen und dann wieder besseres Wetter sein. Morgen nochmal einen kurzen Tag. 2 halbe Ruhetage das ist auch gut und Deb hat gleich ihre Freundin in Winchester angerufen und mir die nächste Übernachtung organisiert.
Nachher gehts noch durch West Virginia, Maryland, Pennsylvania und New Jersey bevor ich mit New York abschliesse. Noch 500 km das heisst 5 Tage. Ich hoffe, dass ich, wenn das Wetter wieder besser wird, auch noch mal eine Nacht draußen verbringen kann.

Harrisonburg

Dirk, ein Holländer muss zwar gleich nach meiner Ankunft nochmals weg aber es bleibt genügend Zeit mir meinen Schlafraum, die Dusche und das Bier zu zeigen. Zum Essen sind dann er und seine Frau wieder da und ich habe genügend Zeit die warme Dusche zu genießen. Seit langem wieder die erste. Ein Bad im Fluss, eine kalte Dusche hat’s gegeben aber diese hier geniesse ich besonders. Nach dem Essen plane ich mit Dirk die Route der nächsten Tage. Er ist erstaunt welch gute Strassen meine App (komoot.de) gefunden hat und es gibt kaum Änderungen. Meine beiden Warmshower in Harrisonburg haben abgesagt und so bin ich sehr froh um ihr Angebot in ihrem Trailer, der in der Nähe von Harrisonburg steht zu übernachten.
Ich fahre etwas später am Morgen los, denn ich werde noch mit einem prächtigen Zmorge versorgt. Das mit dem Fotografieren klappt nicht mehr so recht. Es ist zwar schön aber wie zuhause und so geniesse ich die Fahrt, vergesse aber den Fotoapparat hervor zu nehmen.
Zuerst fahre ich auf kleinen einsamen Strassen, entschließe mich dann aber doch den Highway 11 zu nehmen, denn zum Einen hat’s da auch sehr wenig Verkehr, zum Anderen kommt man schon wesentlich schneller vorwärts und wie in den letzten Tagen ist für den Nachmittag ein Gewitter, nein ein „Thunderstorm“, das tönt nach viel mehr, angesagt.
Ich hab ja vorgehabt in Lexington einen Pausentag einzulegen, bei meinem geplatzten Warmshower. Da hätte ich natürlich auch bei Dirk und seiner Frau fragen können. Aber für den Donnerstag ist den ganzen Tag Regnen vorausgesagt und da fahre ich lieber noch 2 Tage bei Sonnenschein und mache dann in Winchester einen Ruhetag. Wenn’s dann mit der Übernachtung klappt. Ich habe noch keine Antwort. Das wäre dann, Inshalla, der letzte Ruhetag auf meiner Reise. Denn von dort sind es nur noch gut 400 km bis zur Fähre in New Jersey, die mich nach New York, dem Ende meiner Velotour bringen soll.
Aber erst mal nach Harrisonsburg und ein WiFi finden. Vister Center ist da immer eine gute Adresse. Aber das Einloggen ist so kompliziert dass ich weitergeht. Die Bibliothek, meist auch mit angenehmen Sofa. Smartphone nicht erlaubt. Restaurants. Das erste überfüllt. Ein Indisches hat gutes WiFi und ich komme sofort auf die Login Seite. Rein, Cola bestellt und – nein das WiFi funktioniert nicht. Beim nächsten frage ich zuerst nach dem WiFi. Wir schließen soeben, aber das Passwort bekomme ich trotzdem und so erledige ich meine Internetgeschäfte, ein Nachbar möchte mein Motorrad kaufen, hallt auf der Straße.
Und dann ab zu meinem Trailer am Waldrand. Trailer? Ich habe schon kleinere gesehen. Dieser Trailer hat 3 Schlafzimmern, 2 Badezimmer Küche und alles was dazugehört. Aber ja, wenn man 4 grosse Lastwagen hat und ihn 4-teilt kann man ihn transportierten.

Lexington

Wir sind nicht die einzigen im Stadtpark. Neben einer Großfamilie die hier picknickt und ein paar Joggen hat’s auch Wanderer die hier übernachten. Der Appalachentrail, ein Wanderweg von der Kanadischen Grenze in Main bis in den Süden geht kommt hier vorbei. Und so tauschen wir unsere Erfahrungen mit den Hikern aus.
Am Morgen dann wieder mal der 3. Abschied von John. Diesmal für immer. Denn er will wieder mal eine sehr lange Etappe machen und gehe nur bis Lexington. Dort habe ich einen Warmshowerplatz. Die Strecke so schön wie in den letzten Tagen, die Hitze auch oder sogar wieder etwas mehr. Der Fahrtwind kühlt nur noch wenig, das heißt wir nähern uns den 36 Grad. Kurz nach Mittag bin ich in Lexington. Melissa, die Warmshowerfrau hat nicht mehr auf meine Mails reagiert. Am Telefon nur der Beantworter. Beim Haus ist niemand. Ich gehe etwas in der Stadt herum. Beim 4. Anrufversuch nimmt ein sehr verärgerter Mann ab und schreit mich an. Verstehen tue ich kein Wort aber so wie der schreit ist das auch nicht nötig. Also writersuchen. Und ja, es gibt da noch ein Warmshower etwas außerhalb  von Lexington  und das klappt.

Wiedersehen

Der Sheriff ist nicht gekommen dafür ein Mann, der mir seine ganze Geschichte erzählt. Das Problem ist nur, ich verstehe kaum ein Wort. Am Anfang habe ich noch nachgefragt doch mit der Zeit nicke ich nur noch.
Um 6 Uhr wache ich auf und um viertel nach bin ich schon auf den Rädern. Ich müsste die ganze Reise jetzt beginnen, ich bin so richtig organisiert.
Bodennebel und Sonne bestimmen das Landschaftsbild. Und dabei ist es angenehm kühl und die Strasse schlängelt sich dem Fluss entlang. Nach über einer Stunde begegnet mir das erste Fahrzeug. Dann, nach 50 km ein kurzes Stück eine große Straße. Nochmals Waldwege und plötzlich treffe ich auf das Schild 76 Biktrail. Schön ist es wieder auf dem TransAmTrail zu sein. Ich rufe John an, er ist etwa 15 km weiter und so machen wir für den Abend im Stadtpark von Trautville ab. Hier erinnert mich die Landschaft an den Jura, wärend es in Kentucky eher das Emmental war. Obwohl das Thermometer gestern auf 90 Grad (32 Celsius) angestiegen ist und es heute noch wärmer ist habe ich mich schon gut an die Hitze gewöhnt. Auf den heutigen 137 km habe ich die 5000 km Grenze überschritten und dabei 42000 Höhenmeter zurückgelegt.
Das und das Wiedersehen mit John feiern wir bei einem guten Essen und einem Mangorita.
Dann aber gehts daran John’s Velo wieder mal zu reparieren. Diesmal nicht eine 8 im Rad sondern die Bremsen und damit ich morgen ohne schlechtes Gewissen meine eigenen Wege fahren kann, repariere ich ihm gleich noch den Gepäckträger. Der hätte sonst auch nicht bis zum Ende der Reise durchgehalten.

Die gute Entscheidung

Es war die perfekte Entscheidung diese Abkürzung zu nehmen. Am frühen Morgen zwar einen 4-Spurigen Highway aber um diese Zeit ohne Verkehr und dann kleine Strassen, sanfte Steigungen und lange Abfahrten. Dazu schönste Landschaften. Es kommt mir schon fast vor wie zu Beginn meiner Reise, lange gerade Strassen und die Sonne scheint mir am Morgen ins Gesicht  Schon vor 16 h habe ich über 110 km auf dem Tacho, fühle mich noch gut und halte Ausschau nach einem Platz zum schlafen. Neben der Straße überall dichter Wald, beschildert mit „Private property “ In Hollybrook gibts einen Community Park. Verhaltens Regeln und da steht nichts von nicht Campieren. Aber eine Telefonnummer vom Sheriff. Also versuchen. Die Dame vom Sheriffbüro versteht mich kaum, ich sie auch nicht aber sie ist beeindruckt davon, dass ich aus der Schweiz bin. Da sei ich aber sehr weit von zuhause weg. Und vor allem, sie sagt nicht nein. Also mache ich es mir gemütlich und erwarte, das der Sheriff vorbeikommt.

Virginia

Wir richten uns auf der Terrasse der Pizzeria ein. Es zieht ein Gewitter auf und an uns vorbei. John ist am planen, aber davon habe ich euch ja schon im letzten Blog erzählt.
Um 6 h will John losfahren. Um 6 h setzt dann das Gewitter so richtig ein. Also noch Zeit für einen Tee. Das Gewitter ist schnell vorbei und so verabschieden wir uns. Nach 10 Tagen. Ich ohne Planer er ohne Velomech.
Eine halbe Stunde später, nach einem Telefonat mit Ruedi, meinem Routenberater, fahre ich dann auch los. Schon nach kurzem die ersten Pausen. Einkaufen, Aussichtspunkt, Sonnencreme einstreichen, Foto vom Grenzübergang nach Virginia. Dann sehe ich einen Radfahrer am Straßenrand. Das gelbe Velotricot kommt mir bekannt vor. John ist wieder mal eine Speiche gebrochen. Die 5. seit er mit dem neuen Rad losgefahren ist. Ich freue mich ihn nochmals zu sehen und die Arbeit macht Spaß. Nochmals Abschied und nochmal wahrscheinlich für immer.
Die Aufstiege sind streng. Der Schweiß läuft in Bächen runter. Bin ich wirklich so erschöpft? Ein Blick auf die Uhr zeigt, ich bin auf 950 Meter während es in den Tagen davor auf jeweils 200 Meter gestiegen ist. Viele Velofahrer begegnen mir. Alle mit einem Gruss von John und das Rad hält. Rund um mich herum ziehen Gewitter auf. Ich bringe mich schon mal in Sicherheit in einer Tankstelle. Aber ausser ein paar Tropfen nichts. Noch ein Stück weiter. Ich entschliese mich noch 10 km weiter auf dem TransAmTrail zu fahren und nicht wie ich mich entschlossen habe die Abkürzung zu nehmen weil es da noch ein kirchliches Bikethostel hat und für eine warme Dusche und ein WiFi mache ich den Umweg. Die Dusche ist kalt und ein WiFi hat es nicht. Dafür viele andere Radfahrer aus Holland, Australien und den USA und alle richten mir Grüsse von John aus und das Rad hält. Dafür hat sich der Umweg doch auch gelohnt.
Und wie ihr sicher bemerkt habt, ich habe mich für die Abkürzung entscheiden, das ich in 3 Tagen ohne sehr lange Tage nach Lexington kommen sollte. Und wie ich gesehen habe, hat’s da auch ein Biketrail und der sieht auf den ersten Blick ganz hübsch aus.

Die Entscheidung

Die Entscheidung
John hat in seiner Planung einen Fehler gemacht, was bedeutet, dass er heute bis nach Damascus fahren muss. Das sind 140 km und viele Höhenmeter. In den letzten Tagen habe ich die Fahrt durch die kleinen Strassen, die Wälder und Hügel zum einen sehr genossen, zum Anderen habe ich mich aber auch vielfach müde gefühlt und ein Bedürfnis nach mehr Pausen und kürzeren Tagesetsppen gehabt. Für mich gibt es folgende Lösungen
-Nochmals ein paar Tage mit John mitfahren, aber das dürfte sehr anstrengend werden
– auf derselben Strecke bleiben, einfach etwas langsamer, aber dann wird die Zeit am Schluss etwas Eng und ich möchte am Atlantik und in New York auch noch Zeit haben.
– Den TransAmTrail heute nach 70 km verlassen und einen direkteren Weg nehmen, aber dann verlasse ich auch die ausgeschilderte Strecke, die einsamen kleinen Strassen und treffe voraussichtlich nicht mehr auf andere Velofahrer.
Es ist jetzt bald 5 h morgens. In ca. 7 Stunden muss ich mich entschieden.

Kentucky geht zu Ende

Kentuckysch, ich verstehe kein Wort aber es muss ans englische angelehnt sein, den John versteht ab und zu ein Wort und der spricht nur Englisch .
Vis a bis von unserer Kirche hat’s eine Pizzeria. Also rüber und bestellen. Einfacher gesagt als getan. Die sprechen nur Kentuckysch. Was für eine Salotsause ich wolle? Italienisch und schon geht das suchen los. Hat er nicht. Was habt ihr denn? Qwöä. Nur diese? Ja. Da entscheide ich mich dafür. Beim Zahlen wirds noch komplizierter. Nach 10 Minuten auf dem Bildschirm eintippen gehen wir. Er soll doch inzwischen die Pizza in den Ofen schieben. Als ich nach 20 Minuten die Pizza holen gehe hat er eine Rechnung von Hand geschrieben.
Über 5 Berge geht’s heute und immer noch die wunderbaren Wald und Hügellandschaften. Wir genießen nochmals unser geliebtes Kentucky denn das ist der letzte Tag. 5 km weiter ist die Grenze zu Virginia.
Man hat uns ja so viele Schauergeschichten über Kentucky erzählt. Nichts davon angetroffen. Die Hunde angenehm, die Autofahrer anständig und die Leute noch freundlicher als in den anderen Staaten. Mein Waffenarsenal gegen die bösartigen Hunde, kann ich wieder einpacken.
Verschwitzt, es ist 28 Grad und sehr feucht, kommen wir in Elk Horn City an, wo wir übernachten. Über dem Fluss gibt’s eine Pizzeria, wiedereinmal, und die lassen uns Zelten.

Aus Hügeln werden Berge

Dichter Nebel am Morgen. Doch aus dem Zelt, nach oben geschaut gibt’s Entwarnung. Es ist nur eine dünne Bodennebelschicht. Kaum unterwegs sind wir wieder an der Sonne. Die Aufstiege werden länger. Man merkt schon dass wir den Apalachen nähern. Aber nicht weniger schön wie die letzten Tage und ausser eine Steigung alle gut zu fahren.

In Hindman schlafen wir wieder mal unter einer Kirche. Ich beginne die Kirchen zu lieben.

John

Zum Znacht bestellt John Pizza bei Pizza Hut über die Website. Er kann es kaum glauben dass ich noch nie eine Pizza übers Internet bestellt habe. Und ungern, aber ich muss zugeben sie ist gut.
Ich Reise jetzt schon eine Woche zusammen mit John und habe noch kaum etwas von ihm erzählt. Er kommt aus Colorado nähe von Pueblo wo ich auch durchgefahren bin und ist frühpensionierter Lehrer. Die Strecke nach Westen hat er im letzten Herbst zurückgelegt und ist jetzt zur Atlantikküste unterwegs. Alles möglichst genau auf dem offiziellen TransAmTrail. Jeden Abend plant er die nächsten 5 Tage möglichst genau voraus. Davon profitiere ich denn ich weiss immer wo einkaufen und wo schlafen. Es fällt ihm schwer zu begreifen das ich damit leben kann, nicht genau zu wissen wie ich in New York eine Veloschachtel bekomme und mit welchen Mitteln ich es zum Flughafen schaffen werde. Aber das interessiert mich erst in 2 Wochen.
Die Strecke sind wieder Hügel, Wälder und Flüsse. Ich liebe Kentucky. Eigentlich sieht es aus wie in der Schweiz. Wieso fahre ich denn hier? In meinem Kopf beginne ich mit der Planung meinet nächste Veloreise in oder um die Schweiz.
Schon un 14 h erreichen wir unser Tagesziehl. Die Möglichkeiten für Übernachtungen sind hier sehr beschränkt. Heute wieder mal ein Kirchenasyl aber mit Zelt. Hinter der Kirche, es sind diesmal die Prepyterianer, hat’s eine Wiese mit einem gedeckten Picknickplatz. Dusche und WC sind auch vorhanden und es soll trocken bleiben. Was kann man sich da noch mehr wünschen.

Morgennebel

Ich fahre ins Zentrum von Springfield aber ausser dem Denkmal von  Lincoln, er soll hier aufgewachsen sein,  gibt’s nicht viel zu sehen. Zurück im Stadtpark zieht ein Gewitter auf. Zum Glück haben wir unsere Zelte noch nicht aufgebaut. Das 2. Gewitter ist dann mitten in der Nacht.
Am Morgen ist es Neblig aber bis wir zusammengepackt haben drückt die Sonne schon durch. Ich fahre vor allem auf den Hügelzügen und bin deshalb immer in der Sonne. Es ist wunderschön auf die Bodennebel zu schauen.
Mit der Velokette stimmt aber etwas nicht. Beim Drehen hängt sie immer wieder durch und spannt sich nach jeweils 2 Umdrehungen wieder. Dann sehe ich das Problem. Ein Kettenglied hat sich gelöst. Ganz sorgfältig fahre ich weiter. Ich möchte reparieren wenn ich auch die Gelegenheit zum Händewaschen habe. Im nächsten Dorf hat’s einen Mechaniker. Dort mache ich mich ans reparieren. Schnell erledigt. Doch etwas stimmt nicht. Wenn ich vorwärts drehe wirkt der Leerlauf. Nochmals auseinander nehmen, zusammensetzen, Händewaschen beim Mechaniker und weiterfahren. Es sieht komisch aus, die Kette ist verdreht. Fahren kann ich aber das gehört auch repariert.
Auf meiner heutigen Fährt komme ich ab von der TransAm Route. Eine Brücke ist gesperrt und so fahre ich auf anderen aber nicht weniger schönen Strecke. In Berea treffe ich wieder auf die TransAm und auf John. Wir sind heute wieder getrennt gefahren.
Unser Motel ist im Internet für 52 $ ausgeschrieben. Doch beim einchecken meint der Hotelboss, nein das stimmt nicht für Biker, die Zahlen 39$. Als mich der Boss reparieren sieht bringt er 2 Biere. Das gibt doch Durst. Auch sonst hilft er den Velofahrern wo er kann. Da hat John eine gute Hotelwahl getroffen.

Und nocheinmal Springfield

Wieder mal werden wir vor den agressiven Hunden und den stinkenden Autofahrern gewarnt. In Ostkentucky seien die. Und die Hügel sollen auch anstrengender werden je näher wir den Apalachen kommen. Wir werden sehen. Pam und Ralph, unsere Gastgeber, haben auf dem Rückweg noch einen Radfahrer aufgegabelt und für mich französisch sprechende Bekannte eingeladen, die, für mich, eine Flasche Ricard mitgebracht haben. Und so sitzen wir alle zusammen vor dem Fernseher und schauen das Finale des Kentucky Derby, ein Pferderennen, das DER gesellschaftliche Anlass in Kentucky ist. Dann wieder erzählen wir von unseren gemachten Reisen und sie von ihren Geplanten.
Mit einem wunderbaren Frühstück im Magen brechen wir erst nach 8 Uhr auf. Aber das macht nichts, denn es ist nur eine kurze Strecke, wie John sagt. Es sind dann doch nur wenig mehr wie 100 km. Die Strecke ist schön und angenehm zu fahren. Unterwegs treffen wir wieder einige Radfahrer die Westwerts unterwegs sind, Linda die etwas deprimiert ist weil die eine Begleiterin krank ist und der Andere zu schnell fährt versuchen wir dazu zu bewegen zu unserem letzten Warmshower zu gehen. Das würde ihrer Moral sicher gut tun. Wir staunen über Bob, der sehr sportlich und durchtrainiert aussieht, eine super Ausrüstung hat, halb so alt ist wie wir und nur ca.  60 km pro Tag macht. Den Besuch einer Destilerie, wo sie den echter Kentucky Burben machen, lassen wir ausfallen, sie ist zu weit ab von unserer Strecke. Ich genieße es hinter John, d’en Hundeflüsterer, her zu fahren. Er plant gut voraus, und beruhigt die Hunde, so dass sie bei mir nur von weitem bellen. Springfield erreichen wir am Nachmittag. Zelten im Stadtpark ist hier angesagt. So steht es in der Beschreibung zum TransAmTrail und so machen wir das auch.

Elisabethstown

In der Nacht beginnt es zu regnen, zum Teil heftig. Am Morgen hörts beinahe auf und diese Gelegenheit packen wir um zusammen zu packen. John’s Hinterrad streift wieder mal. Ich zentriere es provisorisch. Das ist schon das 2. mal seit wir zusammen fahren.
Einfach schön dieses Kentucky, trotz leichtem Regen geniessen wir die Fahrt. Unterwegs treffen wir auf Susan. Von der French Lady haben uns schon einige erzählt. Wir plaudern ein wenig. Sie kommt von England, lebt aber seit 40 Jahren in Frankreich und ist am TransAmTrail Richtung Westen. Die letzten 20km nach Elisabethstown sind mühsam. Etwas ab von der TransAm Strecke fahren wir auf einer doch recht befahrenen Strasse und vor allem regnets jetzt richtig. Bis jetzt ging es gut in kurzer Hose aber jetzt bin ich föllig durchnässt und mit dem Fahrtwind spürt man die 18 Grad doch als Kälte.
Unsere Warmshowergastgeber sind weg für den Nachmittag aber wir haben den Code für die Garage. Ein hübsches Villenviertel. Kein Zweifel wir sind am richtigen Haus. Schon auf dem Autonummernschild hat’s ein Velo, der Türvorleger, die Handtücher, überall Velos drauf. Auf dem Küchentisch ein Zettel, erst die Entschuldigung dafür das wir nicht persönlich begrüßt werden. Im Kühlschrank hat’s ein Pastaauflauf. Wenn wir vor dem Abendessen hunger haben einfach in den Ofen schieben. Salat, Früchte und Knoblauchbrot steht auch bereit. Die Zimmer sind oben und der Hot Pool ist im Garten. Ich schnappte mir ein Bier und lasse mich im heissen Sprudelwasser aufwärmen.