Der perfekte Tag

13.4.
Es ist herrlich. Das Aufwachen im Schilf heute morgen, kein Gegenwind, sonnig, nicht zu heiss und die Strecke entlang des Canal du Midi, der hier parallel zur Meeresküste läuft. In Sete geht er dann ins Landesinnere Richtung Touluose. Ich weiss gar nicht wo er genau beginnt. Vielleicht weiss da jemand on euch. Manchmal kommt es einem vor als würde man .auf dem Wasser fahren.Und so bleibt es auch bis zum Abend. Mit ausnahme der kurzen Momente, in denen ich die Straße mit den Autofahrern teilen muss. Könnten die Franzosen doch ein paar Fahrstunden bei den Spaniern nehmen.
Unter ein paar Bäumen neben dem Canal du Midi beschliesse ich, den Sonnenuntergang betrachtend den Tag.

Auf Frankreichs Velowegen

12.4.
Es war noch ein gemütlicher Abend. Endlich wieder mal viel Salat. Dazu Gemüse und Reis. Alles oekologisch zubeteitet. Selbst das Wasser vom Salatwaschen wird wiederverwendet.
Am Morgen gehts wieder zum Meer und dann dem entlang. Bis Avignon soll das so weitergehen, meistens auf Velowegen. Unterwegs sehe ich nach 1400 km zum ersten mal ein Hinweisschild auf den Veloweg Eurovelo 8. Dem Weg, dem ich schon seit Anfang meiner Reise folge.
Der Gegenwind macht mir zu schaffen und auch der soll dies bis nach Avignon vorhaben. Etwas mehr als 90 km lege ich hinter mich, bis ich mir einen Platz zum schlafen suche. Diesmal am Rande eines Schilffeldes.

Perpignan

11.4.
Die Nacht verlief trotz aufziehender Wolken trocken und am Morgen würde mich sogar die Sonne wecken wenn ich nicht schon wach wäre und bereit zur Abfahrt als die Sonne aufgeht. Es hat viel Verkehr, die Strecke ist nicht besonders attraktiv, die Sonne versteckt sich bald wieder hinter den Wolken und ein heftiger Gegenwind zieht auf. Ich habe noch einen kleinen Pass vor mir. Ich will raus aus Spanien, oder muss ich Katalonien sagen? Ich ertappe mich wie ich den Weg bis nach hause errechne. Um Ostern könnte ich schon in Nyon sein und dort ist dann auch Nahalie. Aber da müsste ich zügig vorwerts machen. Im Moment spricht nichts dagegen, ausser das dies eine momentane Stimmung ist, die vieleicht dem Reisekoller entspringt, der mich auf jeder Reise mal befällt – und auch wieder vorbei geht. In meine Gedanken versunken erreiche ich die Passhöhe und das ist auch die Grenze zu Frankreich. Das da ei anderes Regime gilt merke ich schon beim ersten Auto, das michüberholt. 20 cm Abstand. Und das ist bei den anderen auch so. Ich muss mir meinen Platz auf der Strase wieder erkämpfen. Nicht zu nahe am Rand, in dwr Spur, mindestens 1 Meter Abstand zum Straßenrand, die Autofahrer dazu zwingen mich richtig zu überholen. Schön war das in Spanien. Ohne Kampf einfach so respektiert werden. Kein einziges mal wurde ich auf den 1400 km in Spanien knappüberholt.Nochmals danke spanische Autofahrer.
Dafür beginnt bereits nach 15 km der erste gute Radweg. Und mit kleinen Ausnahnen bis nach Perpignan.
Hier treffe ich mich mit Etienne, meinem Warmshowergastgeber. Er fährt auch ein Liegerad und arbeitet in einer Velokooerative. Wohnen tut er mit 4 anderen Mitbewohnern, die ich dann heute beim Znacht kennenlernen werde.

Richtung Frankreich

10.4.
Bis ich dann wirklich von Barcelona losfahren kann ist es dann doch beinahe Mittag. Zwar kommt das Geld für die Weiterfahrt tatsächlich und da möchte ich nochmals allen die sich dafür eingesetzt haben, Namentlich Nathalie, Fabienne, Bernard und den Cousin. Aber ich musste noch eine neue SIM Karte besorgen, Tel Nummer +34 655 40 04 49. Man kann mich also wieder anrufen. Und auch ein neues Veloschloss. Für das alte diente mein Handy als Schlüssel und auf meinem Ersatzhandy habe ich zwar die entsprechende App installiert, aber den Code um sie zu aktivieren habe ich nicht.
Nicht sehr atraktiv ist die Strecke aber ich bin froh wieder unterwegs zu sein. Wärend es am Morgen wolkenlos schön ist, ziehen am Mittag Wolken auf und um 15h stehe ich in einem Stadtpark unter und warte das Ende des Gewitters ab. Dasselbe dann nochmals um 17h in einem Cafe.
Neben einer Fabrikruine finde ich einen Platz zum schlafen.
Bei wolkenlosem Himmel fahre ich am Morgen weiter. 10 Stunden habe ich tief geschlafen. Nochmals 20km dem Meer entlang, dann gehts ins Ladesinnere den ersten Pass fahre ich mit viel Verkehr doch dann gehts auf kleinen Strassen durch vorortsquartiere und bald auf Waldwegen weiter rauf und runter. Nach 2 weiteren Pässen wider auf einer Ebene auf einem gut ausgebauten Veloweg. Doch wie immer in den letzten Tagen, der Nachmittagsregen diesmal unter einem Baum im Wald. Den 2. Regenschauer kann ich umfahren. Nach 70 km und 1000 Meter aufwerts finde ich einen Schlafplatz mit Aussicht, neben einem alten Turm. Das wird meine letzte Nacht in Spanien. Frankreich ist keine 50 km mehr entfernt.

Barcelona

6.4
Ich warte, dass ich Barcelona endlich verlassen kann. Eigentlich hat es ganz gut angefangen. Am Sonntag morgen konnte ich die letzten Höhenmeter auf beinahe leeren Strassen machen. Nur ein paar Radrennfahrer kreuzten meinen Weg und die Einfahrt in die Stadt war trotz fehlender oder schlechter Veoiwege ganz akzeptabel. Ich bin dann noch durch die Gassen geschlendert und habe beschlossen auch hier einen Tag zu verweilen. Ich wollte den Park Günell und die Sagrada Familia. Aber keine Chance. Da muss man die Tickes schon lange vorher buchen. Also eine geführte Gaudi Tour. Aber die konnte mich nicht begeistern. Der Tourgide wusste zwar viel zu erzählen aber von der Archiektur hat man nicht viel gesehen. Am schluss ging es dann noch zur Segrada Familia mit der Metro. Und da wäre ich besser nicht mitgegangen. Denn als wir aus der überfüllten Metro ausgestiegen sind bemerkte ich dass meine Tasche offen war und mein Portemonnaie weg. Also Kredit und Postkarten sperren. Zum Glück habe ich meie Rückfahrkarte schon gekauft. Also zurück in die Metro und als ich sie diesmal verlasse fehlt mir mein Telefon. Dass mir sowas 2 mal hintereinander passieren kann. Von der Polizei bekomme ich eine bescheinigung des Verlustes. Eigentlich könnte ich wie geplant weiterfahren, nur ich hab kein Geld mehr. Und wirklich nichts mehr. Noch etwas Wasser und zu essen für 2 Tage. Western Union. Aber wie bekomme ich dort das Geld, ohne Ausweis? Unmöglich!
Im Hotel lässt man mich kostenlos telefonieren. Nathalie setzt alle Hebel für mich in Bewegung. Und nach ein paar Mails und weiteren Telefonaten haben wir die Lösung. Eine Bekannte, deren Mann, dessen Cousin wohnt in Barcelona und bringt mir Geld vobei. Genügend für den Rest der Reise. Und so warte ich nun aif ihn.

Und wieder weg vom Meer

6.4
Und er kommt, mein Warmshowergastgeber. Seine Wohnung ist voll von Filmmaterial. Riesige Filmrollen, Kinoplakate, zwei Kinosessel und eine Sammlung von analogem Foto und Filmmaterial. Er hat früher beim Film gearbeitet, so wie ich verstanden habe als Kameramann. Aber da bin ich nicht sicher, denn wir reden Spanisch zusammen, das ist zwar gut für mein Spanisch, aber er spricht so schnell dass vieles auf der Strecke bleibt. Beim anschliessenden Film über die Geschichte von Tarragona, den er mir zeigt, muss ich dann schon aufpassen dass ich nicht einschlafe.
Nach einem guten Zmorge fahren wir zusammen in die Stadt. Der alten Stadtmauer entlang, die über weite Teile noch gut erhalten ist, zur Arena. Nach ein paar Selfies zieht es mich weiter. Ich habe zwar keinen sehr langen Weg vor mir aber es geht wieder in die Berge. Gestern Abend haben wir zusammen noch die Strecke bis Barcelona angeschaut und Josep hat mir von der Küstenstrasse abgeraten. Der Weg der mir mein Navi gesucht hat ist eher Singeltrail und Sandstrand oder dann viel Verkehr bei sehr schmaler Strasse. Und die Idee wieder etwas weg von der Küste gefällt mir.
Die ersten 20 km sind noch flach doch dann steigt es allmählich an. So richtig rauf gehts aber erst am Nachmittag. Als ich sehe, dass ich nur noch 200 Höhenmetern bis zur Passhöhe habe, suche ich mir im Wald, der da ist wo mir das Josep vorausgesagt hat, einen Platz zum Schlafen. Morgen sollte ich also gegen Mittag in Barcelona sein. Da fehlt dann nicht mehr viel und es kommt Frankreich. Aber die Hälfte meiner geplanten Reisezeit ist auch schon vorbei.

Tarragona

5.4.
Ohne Gegenwind Gegenwind und nur mir ganz wenigen Regentropfen bin ich nach Tarragona gekommen. Mein Navi wollte mich auf eine Strecke führen wo in der Zwischenzeit eine Fabrik steht und so hab ich halt die Hauptstrasse genommen, die mich seit Malaga begleitet. Immer wieder komme ich auf die 340. Jetzt ist sie mit km 1178 angeschrieben. Viel Verkehr aber mit einem guten Pannenstreifen, so dass meine Fahrt doch sicher ist.

Ich bin begeistert von Tarragona. Eine schöne Altstadt, etwas altes Gemäuer, viele Fussgängerzonen und Bars. Der Rest wieder mit Bildern.
Um halb 6 fahre ich die 4 km zu meinem Warmshowergastgeber. Er kommt un 6 von der Arbeit.

Der 1000endste

4.4.
Der Himmel ist Wolkenlos, nichts trübt die Fahrt, wäre da nicht der Gegenwind. Kräftig bläst er und es gibt Situationen wo ich mein Velo im Flachen Gelände schiebe. Aber wie heisst es: „wer sein Rad liebt der schiebt“. Ob die ans Flachland gedacht haben? Ich fahre durch ein Vogelschutzgebiet. Spezielle Arten wovon ich nur den Graureier kenne. Gerne würde ich euch ein paar Bilder davon präsentieren aber spätestens beim ausklicken meiner Veloschuhe, was mit einem hörbaren Klick verbunden, vielleicht heissen die deshalb Klichpedale, sind die letzten verschwunden. Die Geduld zu warten bis sie wieder zurückkommen fehlt mir
Meine Absicht heute Abend in Tarragona zu sein, gebe ich auf. Der gestrige Regen und der heutige Gegenwind waren zu viel und mein Warmshowergastgeber hat mir schon zugesagt, dass es einen Tag später auch klappt.
Noch ein Wort zur Navigation : fürs unterwegs schauen habe ich meine Uhr. Und wenn ich etwas weiter die Umgebung schauen will kommt das Smartphone zum Einsatz. Da kann ich auch planen und die gewählte Route auf die Uhr überspielen. Und heute hat mir mein Navi angezeigt, dass ich den 1000sten km zurückgelegt habe. Zum einen war ich in Valencia erstaunt zu sehen, dass ich schon mehr als halb Spanien zurückgelegt habe, zum anderen beinahe etwas Panik bekommen dass dieses Wochenende schon meine halbe geplante Reisezeit um ist. Aber ich bin in meinem Terminplan.
Für die Nacht stelle ich mein Zelt in einer Waldlichtung auf. Wenn ich die grössere Steine weggeräumt habe sicher ein bequemer Platz.

Grand Hôtel Biariz

3.4.
Der Veloweg ist wunderbar. Tief in den Fels ist das ehemalige Bahntrasse eingefräst, durch wilde einsame Landschafts. Und alles mit kaum spürbarer Steigung. Doch nach 5 km ist der Velowunderweg vorbei. Dafür komme ich seit Almería zum ersten mal wieder richtig ans Meer. Wieder ein Stück wo ich etwas zweifle an der Velotauglichkeit des Weges. Ich frage ein paar ei heimische Velorennfahrer. Kein Problem, direkt am Meer entlang, sie gehen auch den Weg. Frohen Muthes ziehe ich los. Das Velofahrverbot macht mich schon etwas stutzig. Ich frage mich, wie die mit ihren Rennrädern um und über die grossen Stenblöcke fahren. Dann gehts Velotragend runter zum Strand und gleich wieder rauf. Als ich realisiere das da nochmals mindestens 4 Strände weiter so geht suche ich einen Weg hinten durch, durchs Gebüsch. Ja, am Anfang war es noch ein Weg. Später Dann nur noch Gebüsch. Dank meiner Naviuhr weiss ich wenigstens in welche Richtung ich mich durchkämpfen muss. Als ich dann wieder auf eine Strasse komme, treffe ich auf 2 Biker. Als sie hören woher ich komme, nicken sie anerkennend. Aber der Rest des Weges sei wirklich dieser gute Weg. Und so ist es auch. Das Wetter spielt mir wieder einen Streich. Aber ich finde ein stillgelegtes Restaurant zum unterstehen. Mit dem Lesen komme ich besser vorwerts wie mit dem Fahren. Nach einer Stunde gehts weiter. Nicht lange und es kommt ein richtiges Gewitter. Ich kann grad noch in eine Fabrickeinfahrt bevor es richtig schüttet. Zum Kaffee werde ich eingeladen und kann das Gewitter gemütlich vom Bürostuhl beobachten. Nach einer Stunde fahre ich gut ei gepackt weiter. Es regnet zwar immer noch aber nicht mehr stark. Ich bin daran mir die Möglichkeiten zu überlegen, als ich das Grand Hotel Bristol sehe. Das ist meine Unterkunft. Ein wirklich luxuriöses Gebäude. Die schön geschwungene Treppe ins Obergeschss und die Restaurantterrasse aufs Meer. Das wird mein Nachtquartier. Beim Nachtessen bekomme ich Besuch. Ein Spanier, der manchmal hier fischen kommt erklärt mir, dass nach einem Unfall in den 70er Jahren wo ein Tanklastwagen seine brennende Ladung über einem Campingplatz ausgeleert hat niemand mehr hier Ferien machen wollte, das Hotel geschlossen wurde. Ich kann mich noch an diese Katastrophe erinnern. Meinen schlaf wird es mir nicht rauben.

140 km

2.4.
Es ist wie vorausgesagt. Sonne und Wolkenloser Himmel und es ist wunderbar in den Morgen hineinzufahren Richtung Sonne. Ein schöner Radweg nach Valencia hinein. Durch Valencia weniger schön aber angenehm zu fahren. Einzige Beanstandung, wie immer keine Beschriftung. Ich habe die 2 1/2 mit Antioni und Shalenys genossen. Antonio ist Forscher, also eigentlich Koch und forscht nach neuen Rezepten für eine Firma die Tiefkühlprodukte herstellt. So provitiete ich auch von seinen Talenten. Heute musste er früh raus um seine Kreationen in La Palma vorzustellen. Ich wäre auch gerne so früh losgefahren aber die Sommerzeit hat mich daran gehindert. Bis 7.30 ist es noch dunkel.
Nach 60 km bringt mich das Ende des Velowege aus meinen Gedanken zurück auf die Strasse. Ich komme gut vorwerts, aber das ist auch nötig. In 3 Tagen habe ich in Tarragona mit einem Warmshowergastgeber abgemacht und erst dann realisiert dass das 320 km sind. Aber ich bin Motiviert, gut ausgeruht und im schlimmsten Fall kann ich ja auch Verschieben. Die Strecke ist nicht besonders interessant und ziemlich flach. Dann plötzlich bei km 90 beginnts zu regnen. Das habe ich überhaupt nicht kommen sehen. Ich suche Schutz unter einer Autobahnbrücke. So wird mein erstes Buch fertig. Ich hab vorgesorgt und das nächste schon mal downgeloadet. Nach einer Stunde kann ich weiterfahren. Ab km 120 beginne ich mich nach einem Schlafplatz umzuschauen. Mein Weg führt mich auf einen Radweg, der auf einer stillgelegten Eisenbahnlienie gebaut wurde. Das sind die besten. Steigungen im Promillebereich mit Brücken und Tunells. Und da finde ich,  nach 140 km,  auch in einem kleinen Wald einen Platz zum schlafen.

Valencia

1.4.
Ausser einem Fusballmatch in der Bar lief gestern nicht mehr viel. Aber kein Problem, heute morgen hats immer noch geregnet und so habe ich Valencia auf heute verschoben. Und der Ausflug hat sich gelohnt. Im Vergleich zu Alicante ist Valencia viel grösser, hat aber auch viel mehr Touristen. Besonders gefallenen haben mir die neuen Gebäude wie Oper und Wissenschaftsmuseum.
Am Mittag hats noch ganz leicht getropft und gegen Abend ist schon wieder die Sonne zu sehen gewesen. Für morgen soll es wieder perfektes Reisewetter sein.

PS: In der Sendung input auf srf3
https://m.srf.ch/sendungen/input/40-werden-gar-nicht-mal-so-einfach
bei Minute 22.20 werde ich zitiert.

Das Frühstück

31.3.

Antioni und seine Frau, Shalenys. meine Gastgeber, haben sich auf einer Reise kennengelernt. Er war mit dem Velo vom südlichsten Südamerika nach Alaska unterwegs ( https://m.facebook.com/elsupertrampdelaribera/).  Sie seine Warmshowergastgeberin in Kolumbien. So weit kanns kommen. Jetzt sind sie seit 5 Monaten verheiratet und leben in Spanien. Begeistert schauen wir das Fotoalbum seiner 2 1/2 jährigen Velo Reise an.
Am Sonntag morgen regnets. Etwas ausschlafen und dann mit dem Zug nach Valencia und am Abend wieder zurück, das ist das Programm. Ob ich noch mit in die Bar Frühstücken komme. Sein Vater sei auch da. Sein Vater und noch ein paar Verwante. Das gibt dann 20 Personen am Tisch. Und nicht nur diese Familie, sicher über 100 Personen sind in der Bar (Halle) und essen das in der Region Valencia traditionelle Frühstück, Esmirsar um 11h. Erdnüsse, Salat, ein riesiges Sandvitch und dazu Bier oder Wein und anschliessend einen Kaffee mit Zimt, Zitrone, Zucker und Rum und vor allem Rum. Bei Antonis Familie ist das allerdings die Ausnahme. Sonntags fahren sie aufs Land und kochen Paella. Doch da heute ein Frauenlauf angesagt ist wurde das Programm geändert. Das Sprichwort auf meiner Serviette passt irgendwie dazu. <Wenn du das Glück hast anders zu sein, ändere nichts daran. Nach 2 1/2 Stunden begreife ich jetzt wieso die Spanier eine Siesta brauchen und lege mich leicht beschwipst aufs Ohr.

Die Schlucht

30.3.

Die erste Nacht wo es etwas kühl war. Bin mitten in der Nacht aufgewacht und musste das Pischi anziehen und den Schlafsack zumachen. Ich war ja auch auf 400 MüM.
Der Weg zum Meer führt mich durch eine sensationelle Schlucht, über Brücken und durch Tunnels. Und alles auf einer guten Naturstrasse, die immer leicht abwerts geht. Eine kleine Ausnahme des guten Weges kriege ich dann doch noch hin, in Form einer Brücke  aus 2 Rohren bestehend. Ich begegne immer wieder Gruppen von Mountenbikern die zusammen ihren Samstagmorgen Ausflug machen. Das war der krönende Abschluss weg vom Meer. Dieses erreiche ich nach 40 km „leider“ wieder.
Am Nachmittag komme ich nach 30 km vor Valencia nach Albalat, wo ich von meinen Warmshowergastgebern freundlichsten empfangen werde.

Weg vom Meer

29.3

Ich verbringe einen guten Abend mit Rainer. Er kommt aus der Bodenseeregion und ist für einen Kurzurlaub in Alicante. Nach dem Apero finden wir ein vorzügliches Restaurant und die Fischplatte ist köstlich. Wir plaudern übers Reisen, Kochen, Arbeitsauffassung und vieles mehr. Könnte mir vorstellen, dass wir ihn, wenn wir unsere Atlantik – Schwarzmeerreise vortsetzen, besuchen werden. Als ich zurück ins Hotel komme ist gross Party, Musik und Discobeleuchtung. Mir ist eher nach schlafen zumute. Morgen will ich weiter.
Mein Navi und die Stadt Verwaltung von Alicante arbeiten gut zusammen. Ich finde alle Strassen mit Vélo Priorität. Die Autofahrer dürfen nicht näher als 5 Meter an die Velofahrer ranfahren. So ist das signalisiert und sie halten sich auch daran. Heute gehts weg vom Meer, etwas in die Berge. Der Anstieg beginnt sanft und wird dann etwas steiler. So zwischen 5 und 7%.Das sind nicht die Aufstiege wie ich sie liebe. Weniger kann man noch zügig fahren und steiler stosse ich gern. Da findet mein Navi eine Abkürzung. Ein Natursträsschen das etwas mehr ansteigt. Zwischendurch sogar geteert. Und dann plötzlich wieder ein Bergweg. Etwas weniger extrem als der letzte aber verkratzte Beine gibts und für die 2.3 km brauche ich über eine Stunde, aber diesmal bin ich durchgekommen und erreiche auf 1030 Meter meinen bisher höchsten Pass. Bei der Abfahrt sin die 5% Gefälle dann ganz angenehm. Es läuft gut und mann muss nicht Bremsen. Zum schlafen finde ich wieder mal einen Olivenhain. Das Nachtessen ist diesmal besonders üppig. Neben den üblichen Nüssen und Trockebfrüchten gibts Gempsedip mit Mangosause und Trickenfisch vom gestrigen Ausflug zum Markt.

Die Zeichen des älter werdens

28.3.
Der velofahrende Chilene aus meinem Hostel in Malaga, der deutsche Radfahrer, den ich am Anfang meiner Reise getroffen habe und auch mein Warmshowergastgeber, bei allen habe ich es gesehen, den Neid in ihrem Ausdruck, so möchte ich auch sein wenn ich alt bin. Ich kenne das, denn ich habe das auch schon häufig gedacht, bei Begegnungen mit Älteren. Ich bin Stolz darauf jetzt der Bewunderte zu sein.
Zwar gibt es auch die anderen Zeichen, die sich beim Bergauffahren bemerkbar machen, aber ich kann euch versichern, das Velo schieben ist auch was schönes und ich habe nicht mehr das Gefühl es sei ein Zeichen von Schwäche.
Aber zurück zu meiner Reise. Alicante gefällt mir sehr gut und ein Tag Velooasuse kann auch nichts schaden und so beschliesse ich einen Tag hier zu bleiben. Nach einem Besuch auf dem Markt am nächsten Morgen ist eine geführte Besichtigung zu Fuss angesagt. Maria erzählt uns von den Problemen einer Ortschaft, die kein Wasser hatte und demzufolge auch nichts zu Essen, dafür einen natürlichen Hafen und so wenig Gezeiten, dass die für Höhe über Meer  Alicante für ganz Europa die Referenz ist. Als Franco die Grenzen Spaniens für andere wieder öffnete war Alicante der einzige Ort in Spanien wo ausländische Frauen im Bikini durften, was extrem zur Entwicklung der Region beigetragen hat.
Nach der Führung habe ich mit Rainer zum Znacht abgemacht. In der Zwischenzeit Suche ich nach einer Schraube um die Klickplatte meiner Veloschuhe wider anzuschauen, die ich gestern verloren habe und flicke die Tasche meiner Velohose. Und als Stärkung davor esse ich in Tapas Form Schweinsöhrchen.

Cartagena und weiter

26.3.
Ich nehme mir am Morgen Zeit beim Aufstehen. Leider verreisen meine Gastgeber heute, sonst wäre ich gerne noch eine Nacht geblieben.
Gegen 10.30 gehe ich in die Stadt. Cartagena gefällt mir. Die Strassen im Zentrum sind voll von Kneipen und Läuten die flanieren. Man bedenke bei meiner Beurteilung von Ortschaften – ich versuche gar nicht objektiv  zu sein. Je nach Stimmung, ob ich Hunger habe, frisch geduscht oder müde bin fällt die Beurteilung anders aus.
Das Rausfahren aus der Stadt ist nicht sehr schön und es hat viel Verkehr. Aber dazu muss ich sagen, dass meine VOR Urteile und Bedenken gegen die spanischen Autofahrer unbegründet waren. Es ist mir bis jetzt noch nie passiert dass mir ein Auto zu nahe gekommen ist. Im gegenteil – sie überholen mit riesigem Abstand, meist mit allen 4 Rädern auf der anderen Sreassenseite. Bravo spanische Automobilisten.
Die Idee war 20 km nach Cartegena, sobald ich wieder am Meer bin und aus den Vostädten raus mir einen Platz zum Übernachten zu suchen. Aber da kommen die Ferienhaussiedlungen die ganze Strecke. Und nicht nur oder 2 Rheiig, nein bis weit ins Landesinnere. Als es nach 50 km immer noch nicht aufhört beginne ich mich nach einer anderen Möglichkeit umzusehen. Aber Hotels hats keine und der einzige Camping den ich finde kostet doppelt soviel wie ein Hotelzimmer. Doch als ich schon glaube nochmals 30 km fahren zu müssen, finde ich einen kleinen Pinienwald direkt neben der Strasse. Und er ist gar nicht so klein. Ich schlafe windgeschützt auf dem weichen Pinienboden, höre kaum mehr was von der Strasse und geniesse die Nacht.
Es hat sich gelohnt die Nacht im Pinienwald zu verbringen. Ich habe heute morgen lange nichts mehr gefunden.
Die Strecke ist nicht sehr attraktiv. Wieder lange Ferienhäuschen und dann Industrie. Ausser einem Sumpfgebiet wo ich meine Mittagspause einlege und beim Versuch einem Flamingo näher zu kommen einen Schuh voll herausziehe. Dafür komme ich, trotz immer noch Gegenwind, gut vorwerts und bin schon um zwei in Alicante, wo ich mir ein Bett in einem Motel gebucht habe.

 

Umkehren

24.3.
Es läuft richtig gut mit dem Velofahren. Die Beine drehen fast automatisch und die kleinen Schmerzen am Ende der ersten Tage sind verschwunden. Das zu schreiben habe ich mir gestern Abend als ich im Zelt in meinem Olivenhain lag, vorgenommen. Aber heute läufts streng. Ich komme nicht so richtig in Fahrt und der 5. Tag Gegenwind macht mir zu schaffen. Dabei habe ich ein Ziel. Der erste Warmshowergastgeber hat zugesagt. Am Montag Abend erwartet er mich in Cartagena. Nach den Absagen und und vor allem den vielen nicht Antworten hab ich schon gedacht das werde gar nichts in Spanien. Aber wie das Leben so ist, man muss nur etwas Klagen und schon wird es besser. Diesmal hört der Wind am Nachmittag auf mir die Fahrt zu verlangsamen. Zum schlafen finde ich einen Platz wo es schon   einige Wohnmobile hat und stelle mein Zelt dazu. Mal eine neue Erfahrung.
75 km bis nach Cartagena stehen heute an. Dazu nur ganz am Schluss ein kleiner Pass. So sagt es mir mein Navi. Und normalerweise stimmt das auch. Normalerweise!! Aber heute ist nicht normal. Das beginnt schon nach 10km in Águilas. Eine steile Gasse die in einer Treppe endet, führt es mich hinauf und auf der anderen Seite genau gleich wieder runter. Und dann stelle ich fest man hätte auch eine Strasse daneben flach fahren können. Beim 2. Versuch schaue ich vorher auf die Umgebung und umfahre den nächsten Hügel. Ein etwas anstrengender aber sehr schöner Weg führt mich dem Meer entlang. Ich frage noch einen Wanderer der sich hier auskennt nach der Wegbeschaffenheit. Kein Problem, meint er, vielleicht müsse ich ab und zu mal stossen. Und wirklich, ein 3 Meter breiter Kiesweg führt mich zwischen Berg und Meer entlang. Bis er dann, nach einigen km aufhört. Nur noch ein kleiner Bergweg führt eine Schlucht hinauf. Ich versuche es noch ein Stück aber bald muss ich aufgeben. Kein Durchkommen mehr. Das heisst wieder zurückfahren, 15 km Umweg und einen zusätzlichen 400 Meter Pass. 3 Stunden später als erwartet komme ich bei meinen Warmshowergastgebern an. Eine Dusche, ein gutes Nachtessen und Gespräche übers Reisen erwartet mich.

Überraschungen

23.3.
So richtig gefallen hat mir Almería nicht. Etwas ausgestorben kommt mir die Stadt vor. Vielleicht hab ich einfach nicht die Richtigen Orte gefunden. Almería sei die spanische Hauptstadt der Gastronomie. Also die Preise waren eindeutig höher wie an anderen Orten aber die Tapas waren gut wie immer. Sehr zufrieden war ich mit der Dusche und meinem Zimmer. Obwohl die nichts besonderes hatten, aber das kann man für 20 € auch nicht erwarten.
Der morgen beginnt wie immer mit schönem Wetter und ohne Wind. Aufwendig gemachte Velowege führen mich zur Stadt hinaus. Ohne mein Navi hätte ich keine Chance gehabt sie zu finden, denn Beschriftungen kennt man auch in Almería nicht. Nach 20 km komme ich in ein Naturschutzgebiet am Meer entlang. Ein guter Naturweg. Manchmal muss ich für 20 Meter schieben wegen den Sandverwehungen. Aber dann der letzte km nur noch Sand. Je stärker ich schiebe desto mehr gräbt sich das Vorderrad in den Sand. Auch die Biker, die hier in Gruppen ihr Morgentraining machen, fluchen.
Dann beginnt die Steigung zum ersten Pass. Der erste Regenschauer. Keine Ahnung woher der kommt, der Himmel war doch überall blau. Am Aussichtspunkt rette ich mich unter ein Vordach aus Bambusrohren. Der Regen kommt da etwas gefiltert runter. 4 Schauer begleitet mit Blitz und Donner warte ich ab. Ein spanusches Paar mit einem Bus  hat mitleid mit mir und fragt mich ob ich mitfahren will. Aber sie fahren in die falsche Richtung. Es ist der Tag wo sie für die Schweiz Sonne und 20 Grad angesagt haben.
Ich fahre weiter. Für den nächsten Platzregen finde ich in einer Betonröhre Schutz. Dann gehts weiter auf den ersten “ grossen“  Pass. Da erwartet mich die nächste Überraschung Strasse gesperrt. Ein Spanier weist mich auf einen Singeltrail hin, der auch ins Tal runter führt. Und nach wenigen Metern wird aus dem kleinen Weg eine recht gut ausgebaute Naturstrasse. Es zieht sich noch lange bis ich wieder auf einer geteerte Strasse bin und im Dorf zu meinem Mittagessen komme. Bein Tapas essen trockne ich.

Régionale Erdbeeren

22.3
Wenig weiter, am nächsten Aufstieg holt mich ein deutscher Radfahrer ein. Er ist schon seit letztem August unterwegs und ist jetzt von Portugal her kommend auf dem Weg nach hause, nur um umzupacken um dann weiter Richtung Skandinavien zu fahren. Als wir weiter fahren ist er schnell aus meinem Blick verschwunden. Hat er doch schon etwas mehr Training und ist auch 40 Jahre jünger. Ein kleines verstecktes Restaurant am Meer finde ich und wer sitzt daneben auf einer Bank? Der Deutsche und ist sein Picknick. Zum Kaffee kommt er dann auch noch und wir plaudern noch eine weile. Zwar haben wir noch etwa dieselbe Distanz vor für heute aber dass wir denselben Strand für die Nacht finden ist doch eher unwahrscheinlich.
In der nächsten grösseren Ortschaft, Adra will ich einkaufen. Doch um halb 5 nachmittags ist alles geschlossen. Ich gebe auf und stosse dann am Ortsausgang auf einen Lidl. Regionale Erdbeeren kaufe ich mir. Und wie Regional. Schon den ganzen Tag fahre ich durch riesige Treibhausfelder. Wenige cm Erde hats zwischen den einzelnen Treibhäusern und kein Grashalm. Aber die Treibhäuser sind recht hoch und so bin ich einigermassen vor dem Gegenwind geschützt. Der hat nämlich, nach einem ruhigen Morgen wieder stark angezogen.
Zum schlafen finde einen Stand, etwas ab von der Strasse. Ein Bad im Meer hätte ich eigentlich nötig, nur ist es mir mit dem Wind doch etwas zu kalt und so lege ich mich ungewaschen hin. Die 85 km mit auf und ab ohne Ende haben mich recht geschaft. Den Deutschen treffe ich nicht mehr.
55 km sind es noch bis Almería. Dort werde ich entscheiden ob ich weiterfahre oder bleibe. Ich habe verschiedene Warmshowers (couchsurfing für Velofahrer) angefragt, aber keine Antwort erhalten.
Ein langes Stück hat es einen guten Veloweg. Velowege hats immer wieder, allerdings etwas spezielle. Manchmal enden sie aprupt mit einem 20cm hohen Randstein oder im Sand oder dann der Strandpromenade entlang mit grossen Schleifen um wieder zurückzufahren. Und keinerlei Beschriftung. Eigentlich fahre ich seit Beginn auf der Eurovelo 8 Route aber einen Hinweis habe ich noch keinen gesehen. Allzu wichtig ist das aber nicht  denn meinen Weg finde ich meistens auch so und mit wenigen Ausnahmen ist er auch sehr gut
In Almería entscheide ich mich für ein Hotel und freue ich mich auf eine Dusche.

Nacht mit Regen

21.3.
Tropf, Tropf, ein herrliches Geräusch aif dem Zeltdach. Vor allem wenn man es geschafft hat das Zelt vor dem Regen aufzubauen. Schon am Nachmittag hat es angefangen mit etwas dichteren Wolken und ein paar Tropfen zwischendurch. Ich schaue mich auch schon nach Hotels um. Aber die Ortschaften an denen ich vorbeikommen sind nicht auf Tagestouristen ausgerichtet. Ein Block nach dem anderen aber keine Hotels. Altersresidenzien, Ferienwohnungen. Da kann man mit einer deutschen oder schweitzer Rente den Lebensabend verbringen und ist unter seinesgleichen. Ich ziehe weiter mit Pony (seit meiner letzten grossen Veloreise der Name meines Velos).
Kurz vor Motril finde ich etwas unterhalb der Strasse meinen Platz zum schlafen. Leider komme ich nicht wirklich dazu die schöne Aussicht zu geniessen, den kaum steht das Zeltbeginnts wieder zu Tropfen und dann auch noch ziemlich heftig. Allerdings bin ich nach meinen ersten 90 km auch so müde dass ich kurz nach 8 einschlafe.
Nur ein paar Wolken am Horizont sind am Morgen zu sehen und das Zelt ist auch schon trocken. Also weiter Ostwärts nach Motril. Aber das hat nichts zu bieten. Das Meer ist überbaut vom Frachthafen und die Kneipen sind alle der Hauptstrasse entlang. In Torrenueva Costa komme ich doch noch zu meinem Frühstück.